Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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uns alſo, alle die Fragen, welche darauf Bezug haben, zu unterſuchen, bevor wir das Reſultat unſerer Betrach⸗ tungen und Erfahrungen uͤber die Sorgfalt, welche dieſe Heerden erfordern und uͤber die beſte Art ihrer Aufzucht mittheilen. Wir wuͤrden uns gluͤcklich ſchaͤtzen, wenn es uns gelaͤnge, den Mißmuth, welcher ſich ſo vieler Eigen⸗ thuͤmer bemaͤchtigt hat, zu uͤberwinden und ihrem Streben eine nuͤtzlichere und vortheilhaftere Richtung zu geben.

Frankreich ſollte in allen Zweigen der Induſtrie den Vorſchritt haben; wenn es dieſen in dem der Wollpro⸗ duktion verloren hat, ſo kann es ſich leicht wieder auf den Platz erheben, den es keinen Augenblick haͤtte aufge ben ſollen. Es wird durch alles in dieſer Hinſicht beguͤn⸗ ſtigt, durch die Beſchaffenheit ſeines Klimas und ſeines Bodens, durch die Fortſchritte ſeines Landbaues und be⸗ ſonders durch das Gluͤck, die erſten Manufakturen der Welt zu beſitzen.

In wenig Worten iſt folgendes der Plan, den wir uns vorgezeichnet haben: unſer Werk ſcheidet ſich in zwei Theile. Der erſte wird ganz der Wolle gewidmet ſeyn. Wir werden dieſes Naturerzeugniß in ſeiner erſten Ent wickelung, ſeinen verſchiedenen Eigenſchaften und in den Verhaͤltniſſen, welche dieſe unter einander und mit dem Zuſtande der Haut und des Koͤrpers haben, betrachten. Auch werden wir verſchiedene aͤußere Zufaͤlligkeiten, deren Einwirkung auf die Wolle unbezweifelt iſt, unterſuchen und dann uͤber die Eigenſchaften, welche fuͤr die Fabri⸗ kation die erwuͤnſchteſten ſind, reden. Der letzte Gegen⸗ ſtand iſt ſo intereſſant, daß wir ihn zuerſt wuͤrden vor genommen haben, wenn wir nicht noͤthig geſunden haͤtten,