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denen geben, die ihnen Frankreich im Allgemeinen jetzt liefert. Jetzt beruhet dieſer Vorzug nicht mehr auf Vor⸗ urtheil und Gewohnheit, ſondern auf den Ergebniſſen einer auf entſcheidende Verſuche begruͤndeten Praxis.
Deshalb duͤrfen nun aber auch die Producenten in dem ſo unerlaͤßlichen Studium der Wolle nicht zuruͤckbleiben, denn nur dieſes Studium kann, nach unſerer Ueberzeu⸗ gung, ihre Lage verbeſſern. Man muß durchaus davon abſtehen, eine Gattung von Merinowolle ohne Unterſchied ferner cultiviren zu wollen, welche durch ihren Ueberfluß auf allen Maͤrkten von Europa mit jedem Jahre im Preiſe ſinkt. Man muß bedenken, daß in manchen Laͤndern die Produktionskoſten dieſer Wolle um die Haͤlfte, ja um drei Viertel niedriger ſind, als in Frankreich, und daß dieſe Concurrenz uns jede Ausfuhr verſchließe, wenn wir nicht unſern Abſatz auf die Vorzuͤglichkeit unſers Produkts be⸗ gruͤndeten*).
*) Zuverlaͤſſige Nachrichten aus London meldeten im Jahre 1821:„daß die franzoͤſiſchen Wollen allen Credit in England verloren haͤtten, daß die ſchönſten aus Deutſchland kaͤmen, und daß man, um mit dieſen in Concurrenz zu kommen, nur Wollen pro⸗ duciren muͤſſe, welche die beſten Leoneſer uͤbertraͤfen und den ſaͤchſiſchen ſich annaͤherten. Es ſeyen freilich dieſe Wollen noch ſelten, aber ſie wuͤrden ſich haͤuſiger finden, wenn die Producenten ihren wahren Vortheil verſtaͤnden. Man wuͤrde in Frankreich und in England immer nur nach Wollen der erſten Qualitaͤt fragen. Die ſaͤchſiſchen Wollen, welche 1820 mit 6 ½ Schill. bezahlt worden, gälten 1821 8 ½ Schill.; dagegen wuͤrden die durch warme Waͤſche weit mehr entfetteten ſpaniſchen, welche fruͤher 6 ½ Schill. gegolten, nun zu 33 Schill. ausgeboten. Dieſe Veraͤnderung ruͤhre von dem Begehr der ſuperfeinen Tuͤcher in allen Gegenden des Erdkreiſes und von dem Ueberfluß geringerer, hierzu nicht brauchbarer Wolle
her u. ſ. w. Anmerk. d. Verf.


