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Über Wollhandel und Wollmanufaktur in Grossbritanien von frühester bis auf gegenwärtige Zeit : nach amtlichen Urkunden / von Cäsar Moreau
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fange zu verkaufen. Da die Englaͤnder noch keinen hohen Grad von Vollkommenheit in der Kunſt zu faͤrben erlangt hatten, und da die Fremden nach den engliſchen Geſetzen nicht ſo im Verkauf gebunden waren, ſo iſt es anzunehmen, daß die durch ſolche fremde Haͤndler verkauften Tuche die feingefaͤrbten flamlaͤndiſchen waren; ſo waren ſicher auch die rothen, ſcharlachenen und gruͤnen Tuche, welche zur Garderobe Koͤnig Heinrichs des 2ten gehoͤrten, aus denſelben fremden Manufakturen(Madovs Hist. of the excheq. c. 10.§. 12., c. 13.§. 3.).

Heinrich II. beſtaͤtigte im 31ſten Jahre ſeiner Regierung den Webern in London ihre Gilde mit allen den Freiheiten, die ſie unter der Regierung Koͤnig Heinrichs I. genoſſen, und beſtimmte im Patent, daß, wenn ein Weber in der Tuchfabrikation engliſche Wolle mit ſpaniſcher vermi⸗ ſchen wuͤrde, die erſte Magiſtratsperſon Londons ſolches verbrennen ſollte(Stows Survey of London p. 515. ed. 1618.). Aus dieſer Verordnung ſcheint hervorzugehen, daß zu jener Zeit die engliſche Wolle beſſer als die ſpaniſche war, obgleich letztere in ſpaͤteren Zeiten die vorzuͤg⸗ lichſte geworden iſt.

1198. Hull ſcheint ein Hafen geweſen zu ſeyn, von wo aus Wolle nach den benachbarten Laͤndern verſchifft wurde; auch wurden 45 Saͤcke in jenem Jahre konfiscirt, da ſie ohne Er⸗ laubniß verſchifft worden waren; dieſe wurden fuͤr Rechnung des Koͤnigs fuͤr 225 Marko oder 3 Liv. St. 6 Sch. 8 D. pro Stuͤck verkauft(Madoxs Hist. of the Excheq. c. 18.§. 4.).

Die zu Hull konfiscirten 45 Saͤcke ſind, dem Anſchein nach, nur ein ſehr geringer Theil der Wolle geweſen, die in dieſem Hafen verſchifft wurde, und aͤhnliche Konfiskationen in anderen Haͤfen(wie es aus demſelben Bericht hervorgeht) beweiſen, daß die Wollexportation ſehr bedeu⸗ tend war.

Ein engliſcher Schriftſteller behauptet ſogar, daß in 1198 alle Nationen der Welt mit eng⸗ liſcher Wolle, die in Flandern zu Tuch fabricirt worden war, bekleidet waren; doch wir wiſſen aus den unumſtoͤßlichen Schatzkammer⸗Berichten, daß Wolle, Wollfelle(Haut mit Wolle darauf) und Wollengarn(ſiletum) exportirt wurden, nachdem Abgaben dafuͤr gezahlt worden waren; dieſe Art, auf ausgefuͤhrte Kaufmannswaaren Geld zu erheben, ſcheint das Equivalent der Zollgefaͤlle neuerer Zeit zu ſeyn.(Madoxs Hist. c. 18.§. 4.)

1216. Ungeachtet der Unruhen in England, waͤhrend der Streitigkeiten zwiſchen Koͤnig Jo⸗ hann und den Baronen, hat man Grund zu glauben, daß die Gattung dieſes ſo uͤberaus nuͤtzli⸗ chen Thieres, des Schaafes, waͤhrend ſeiner Regierung ſich vermehrte, und daß, obgleich damals eine große Wollexportation Statt fand, mehr Tuch unter dieſer Regierung in England fabricirt wurde, als zu irgend einer andern Zeit zuvor; denn man findet, daß in einem Jahre(im 15ten ſeiner Regierung) nachſtehende Summen fuͤr Wied(Faͤrbeholz) bezahlt worden ſind, wovon der groͤßte Theil zum Tuchfaͤrben gebraucht wurde, obgleich ein großer Theil, ohne gefaͤrbt zu ſeyn, ſowohl in England getragen, als exportirt wurde.

In Kent und Suſſex(Dower ausgenommen) 103 Liv. St. 13 Sch. 3 D. den Haͤfen von Yorkſhire......... 98 13 4