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Über Wollhandel und Wollmanufaktur in Grossbritanien von frühester bis auf gegenwärtige Zeit : nach amtlichen Urkunden / von Cäsar Moreau
Entstehung
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1153. Nach einer Verordnung Ganus des 2ten von Schottland c. 18. durften fremde Kauf⸗ leute nur von Buͤrgern Wolle kaufen, und nach c. 22. durften nur Buͤrger Wolle zum Faͤrben oder Tuchmachen kaufen, oder Tuch zum Verkauf ausſchneiden. Doch war den Eigenthuͤmern der Schaafe der freie Gebrauch ihrer eigenen Wolle zugeſtanden.

1156. Die Irlaͤnder fabricirten zu dieſer Zeit Tuch aus der Wolle ihrer ſchwarzen Schaafe, welches die allgemeine Farbe ihrer Heerden war; dadurch erhielt es eine dauerhafte Farbe ohne Muͤhe und Koſten. Auch hatten ſie Tuch von anderen Farben, woraus ſie bunte Verzierungen zu ihren Maͤnteln machten, ferner benutzten ſie Wollenſtoffe zu(phalingis sancis) Maͤnteln, und dieſe faͤrbten ſie.(Ger. Cambr. Jopegr. Hib. dist. III. c. 10. Hib, expugn. L. I. c. 3.)

1189. Man nimmt mit ziemlicher Gewißheit an, daß Wolle ein Hauptausfuhrartikel der Englaͤnder vor der Zeit der Eroberungen der Normaͤnner war, und bieſe Exportation ſcheint ſehr bedeutend geweſen zu ſeyn, obgleich doch in den Manufakturen im Lande ſelbſt ohne Zweifel große Duantitaͤten verbraucht wurden; denn nach einem hyperboliſchen Bericht uͤber den Handel des Landes, den Mathew von Weſtminſter in ſeiner Geſchichte anfuͤhrt(pP. 396. ed. 1601.), erwaͤrm⸗ ten ſich alle Nationen der Welt mit engliſcher Wolle, die in flamlaͤndiſchen Manufakturen zu Tuch fabricirt worden war.

Obgleich ich in keinem engliſchen Autor eine beſondere Erwaͤhnung gefunden habe, daß Wol⸗ lentuche in dieſem Zeitalter exportirt wurden, ſo iſt es doch nicht zu bezweifeln, daß die Flam⸗ laͤnder, welche in Wales wohnten und die, wie geſagt, ſowohl mit dem Handel als dem Manu⸗ fakturweſen bekannt waren, einen Theil des Tuches, welches ſie fabricirten, exportirten. Die Ge⸗ ſchichte Orkney's ſagt uns, daß zwei kaufmaͤnniſche Schiffe aus England, nach Dublin beſtimmt und mit engliſchen Tuchen(wahrſcheinlich aus flamlaͤndiſchen Fabriken) und anderen Waaren von bedeutendem Werth beladen, vor der Eroberung Irlands durch die Englaͤnder nahe bei Dublin durch einen Piraten aus Orkney, Namens Sweyn, erbeutet wurden; dieſer uͤberzog bei ſeiner Ruͤck⸗ kehr nach Hauſe ſeine Seegel mit Scharlach⸗Tuch, weshalb er dieſe Expedition die ſcharlachene nannte.(Forflei Orcades L. I. c. 37.)

In 1189 war die Wollenmanufaktur weit und breit uͤber England verbreitet; denn außer der Kolonie flamlaͤndiſcher Weber in Wales, die wahrſcheinlich die Lehrer der uͤbrigen waren, und der Compagnie oder Gilde der Weber in London, ſcheinen noch aͤhnliche Compagnien in Opford, York, Nottingham, Huntington, Lincoln und Wincheſter Statt gefunden zu haben, und dieſe alle zahlten, nach der Sitte der Zeit, dem Koͤnig Abgaben fuͤr das Privilegium, allein Ma⸗ nufakturen in ihrer Stadt halten zu duͤrfen(Madoxs Hist, of the excheq. c. 10.§. 5.). Auch hatten ſich Verkaͤufer in Bedford, Beverley und in anderen Staͤdten von Yorkſhire, Nor⸗ wich, Huntington, Northampton, Glouceſter, Nottingham, Newcaſtle zu Tine, Lincoln, Stan⸗ ford, Grimsby, Barton, Stafford, St. Albans, Baldock, Berkhamſtead und Cheſterfield niederge⸗ laſſen, die dem Koͤnige Abgaben bezahlten, damit es ihnen erlaubt war, gefaͤrbtes Tuch frei zu kaufen und zu verkaufen; einige dieſer Licenzen enthielten die Erlaubniß, Tuch von jedwedem Um⸗