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ten Partien unerheblich iſt, und die eine Fuͤtterung vor der andern blos in dieſer Ruͤckſicht kei⸗ nen Vorzug verdient, ſo entſteht die Frage, wie ſich die Fuͤtterungen in ſonſtigen Beziehun⸗
gen gegen einander verhalten und rangiren. 1) Die Fuͤtterung von Nr. 1. und 2. kann allenfalls bei meiner Art von Vieh genuͤgen,
um es in hinreichender Kraft und Munterkeit zu erhalten, da aber ſaͤmmtliches Futter nicht blos ohne allen Ruͤckſtand aufgezehrt wurde und vom Hafer und Heu gewiß das Doppelte noch mit Appetit verzehrt worden waͤre, ſo ſcheint es mir rathſam, wenn man wenigſtens auf die 10 Pfd. Erbs⸗ und Gerſtenſtroh noch 5 Pfd.(2 ¼ von jedem) und auf die 7 Pfd. Heu noch 3 Pfd. zulegen koͤnnte. Die Koͤrper werden dadurch gewin⸗ nen, wenn auch der Wollertrag dadurch gar nicht erhoͤhet wird(wie wir von fruͤherher richtig ſchließen köͤnnen). Eine noch ſtaͤrkere Fuͤtterung wuͤrden nur wenig Localitaͤten geſtatten und belohnen. 263 Pfd. ziemlich gute Kartoffeln im rohen Zuſtande erſetzten 6 ½ Pfd. Hafer noch nicht ganz, oder wurden doch im Allgemeinen nicht ſo gern gefreſ⸗ ſen und nicht ſo wohl verarbeitet als letzterer. Dieſelbe Bemerkung ſchon 1822, wo 48 Pfd. Kartoffeln einem Vierkelſcheffel Hafer zwar gleich geachtet, ihm aber noch we⸗ niger gleich kamen.
2) Die Nahrung von Nr. 3. war, wie ſchon aus Vorſtehendem erhellet, keineswegs zu ſtark,
ſondern geſtattet mit Vortheil noch eine kleine Zulage(von bis 3 Pfd.) beim Heu; die gegebenen Stroh⸗Quantitaͤten von 10 Pfd. Erbsſtroh und 15 Pfd. Gerſtenſtroh zeigten ſich aber uͤberfluͤſſig und koͤnnen, weil ſie doch nur bis hierher verzehrt werden, fuͤglich auf 74 Pfd. jeder Art reducirt werden. Ein Mehreres wird durch mehreren Wollge⸗ winn nicht belohnt und kann in der That nur in wenigen, ſehr ſtrohreichen Wirth⸗ ſchaften gegeben werden.
3) Die ſtarke Strohfuͤtterung bei Nr. 4. wird ſchon durch das eben Beigebrachte als ver⸗ werflich dargeſtellt. Sie iſt in wenigen Faͤllen thunlich und dabei kaum im Stande, ein Futter, das mehr concentrirte Nahrung enthaͤlt, zu erſetzen. Denn wenn nach un⸗ ſerm Verſuche die dem 4ten Schurze gereichten 35 Pfd. verſchiedenes Stroh auch wirk⸗ lich ſo viel Nahrungstheile enthielten, als z. B. die dem 1ſten Schurze gegebenen 12 ¾ Pfd. Stroh und 6 ½ Pfd. Hafer, ſo ſind doch die Thiere nicht im Stande, jene Stroh⸗ maſſe und mit ihr alle ihre Nahrungstheile zu ſich zu nehmen. Ja wenn man ihnen auch 40 bis 50 Pfd. Stroh vorlegen wollte, ſo wuͤrden ſie doch ſo viel Nahrungs⸗ theile nicht herausfinden koͤnnen, als der 1ſte Schurz in geringer Maſſe bekam, weil ſie das viele Stroh weder zermalmen koͤnnen noch wollen, da es ihnen Ueberdruß macht. Man kann alſo wohl ſagen, und es mag richtig ſeyn, daß z. B. 6,6 Roggenſtroh, 1,3 Erbsſtroh, 1,5 Gerſtenſtroh ſo viel Nahrungstheile, als 1 Pfd. Heu haben, aber bei der Fuͤtterung in groͤßern Maſſen erſetzen ſie letzteres nicht, weil ihr Volum zu groß iſt. Ein geringeres Volum mit gleichen Kraͤften leiſtet dagegen dieſen Erſatz, wie


