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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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4) Die Thiere der 4ten(am ſchlechteſten, blos mit 2u Pfd. pr. Stuͤck taͤglich Heu und Stroh erhaltene) Partie ſtanden nunmehr augenſcheinlich gegen die uͤbrigen zuruͤck, und zaͤhlten ſogar 5 Stuͤck ziemlich marode, hinfaͤllige Individuen. Die andern erſchienen zwar munter, aber doch mehr abgemagert, beſonders an den Huͤften(daher der Aus⸗ druck huͤffiger). Die Wolle war bei den weniger kraͤftigen Thieren(etwa 6 bis 7 Stuͤck) nicht locker, kuͤrzer und zum Theil ſitzen geblieben, etwas verfilzt. Die Farbe der Haut weniger roͤthlich als ſonſt, der Schweiß geringer noch als bei den andern Abtheilungen(wo er auch ſchon nicht bedeutend war) und faſt allgemein nur weiß.

Obwohl die Weide dieſes Fruͤhlings, wie ich ſchon oben bemerkte, reichlich und ohne Zweifel nahrhaft war, ſo blieben doch die angegebenen Zuſtaͤnde und Verſchiedenheiten der Thiere noch bis zur Schur, ſo daß ſie auch da noch in die Augen fielen, obwohl auf der andern Seite die Wolle an Laͤnge noch ſichtbarlich gewonnen hatte.

Ich ließ die Schur indeß ſchon am 13ten Mai ſtatt finden, nachdem 3 Tage vorher ge⸗ waſchen und dann in der Luft getrocknet worden. Ihr Reſultat iſt, daß an Wolle lieferten:

1) die 20 Stuͤck der 1ſten Partie........... 41 Pfb. 6 Lth.

2) die 20 Stuͤck der 2ten Parie.. 38 Pfd. 8 Lth. wozu ich aber noch rechne........ 1 16 fuͤr das eine Stuͤck, welches ſeine Wolle faſt gaͤnzlich abgeworfen Hatke, alſöo............ 39 24

3) die 20 Stuͤck der 3ten Partie......... 41 G

4) die 20 Stuͤck der 4ten Partie mit beſonders 5 ſchlechten Individuen 37 2

Alſo von allen 80 Stuͤcken. 159 Pfd. 8 Lth. mithin vom Stuͤck 2 Pfd., und von 100 Stuͤck 9 Stein und 2 Pfd., oder 11 Stuͤck auf einen ſchweren Stein.

Die Wolle ſtand in Summa 343 Tage auf den Thieren, vom 4ten Juni 1824 bis 13ten Mai 1825. Eben ſo viel hatten auch im vorigen Jahre 80 Stuͤck gegeben, jedoch damals bei einer viel laͤngeren Winterfuͤtterung und bei einer reichlicheren Nahrung der erſten 40 Stuͤcke. Die Schur mochte alſo in dieſem Jahre beſſer zu nennen ſeyn, wovon ich ebenfalls wieder, wie ſchon fruͤ⸗ her, geneigt bin, den Grund in der Beſchaffenheit der Winter⸗Temperatur zu ſuchen. Der letzte Winter war käͤlter als der vorſaͤhrige, und gab deswegen pelztragenden Thieren auch eine beſſere, ſchuͤtzendere Bedeckung(vergl. Seite 40. und 47 ac.). Die Productionskoſten der Wolle erhoben ſich in dieſem Jahre nicht hoch und blieben, bei ſonſt gleichen Preiſen der Fuͤtterungs⸗ mittel, niedriger als im Jahre 1823 zu 1824, der Reinertrag aus der Schaafhaltung mußte folglich im Allgemeinen hoͤher ſeyn als im vorigen Jahre, um ſo mehr, da auch die Wolle meiner Art um ein Paar Thaler beſſer bezahlt wurde(mit 26). 13) Wenn nun die Differenz im Wollertrage bei den 4 verſuchsweiſe verſchieden genaͤhr⸗