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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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reichten Futter Nr. 1. und 2. gleiche Nahrungstheile, die ich in Summa zu circa 28 Pfd. Heu anſchlage(20 Pfd. in Hafer oder Karroffeln mit Heu, das Uebrige in Stroh); dagegen be⸗ kam Nr. 3. noch 15 Pfd. Stroh oder etwa 10 ½ Pfd. Heu mehr, Nr. 4. aber wieder 7 ½ Pfd. Winterſtroh mehr, aber keinen Hafer, zuſammen incl. 7 Pfd. wirklichem Heu nur den Werth von circa 26 Pfd. des letztern. Nr. 3. war alſo am beſten und Nr. 4. am ſchlechteſten ge⸗ naͤhrt worden, jene koſtete auch am meiſten, dieſe am wenigſten, jedoch iſt die Differenz im Preiſe uͤberall nicht groß und betraͤgt wohl pro Tag noch nicht 1 Gr.(ſ. hinten.)

11) Die Fuͤtterung wurde vom 1ſten Januar bis 31ſten Maͤrz incl., alſo 90 Tage mit groͤßter Accurateſſe ganz gleichmaͤßig fortgeſetzt und erhielt die Thiere ziemlich in demſelben Zu⸗ ſtande, in welchem ſie zur Winterfuͤtterung gekommen waren. Ich konnte lange weder Ver⸗ ſchlechterung noch Verbeſſerung, weder im Allgemeinen noch im Einzelnen bemerken, und erſt gegen Ende Februar glaubte ich wahrzunehmen, daß die 3te Partie ſich ein wenig hervorthue, die 4te aber eben ſo um ein Geringes hinter die andern zuruͤcktrete. Dies wurde mir weniger aus der Betrachtung eines ganzen Schurzes, als aus der genauern Unterſuchung einzelner, ſchwacher Individuen klar, und bewaͤhrte ſich mehr und mehr gegen Beendigung der Fuͤtterung mit dem Maͤrz. Die Thiere blieben im Ganzen munter und ſich gleich, nur im 4ten Schurz offenbarte ſich bei mehreren eine ſchwaͤchere Statur, die bei reichlicherer Nahrung wohl nicht bemerkbar geworden waͤre.

12) Vom 1ſten April an wurde die bisherige Stallfuͤtterung mit der Weidenahrung ver⸗ tauſcht. Letztere war ſchon ziemlich und verſprach in wenigen Tagen mehr als jene, daher ſetzte ich das Ende des Verſuchs und that die Thiere zu einem groͤßern Haufen, der ſich von jetzt an auf Wieſen, wegen letzterer Abgelegenheit ohne alle Zubuße von Stroh und dergl. er⸗ halten mußte. Der Fruͤhling wurde feucht, die Weide bald reichlich und huͤlfreich. Bei Been⸗ digung der Stallfuͤtterung pruͤfte ich den Zuſtand des Verſuchsviehes naͤher und fand:

1) die Thiere der 1ſten Partie(à 12ꝙ Pfd. trockner Nahrung taͤglich) durchaus geſund und munter, jedoch keineswegs fleiſchig, ſondern mit hervorſtehenden Huͤftknochen(sc. bei genauerer Betaſtung), ihre Wolle locker und von gewoͤhnlicher Laͤnge, aber mit einem mehr weißen als gelblichen Schweiße.

2) Eben ſo war es in der 2ten Partie(wovon das Stuͤck taͤglich 25 Pfd. incl. Kartof⸗

feln 14⸗ Pfd. erhielt), doch zeichneten ſich hier, wie es dort nicht der Fall war, zwei

Individuen durch ſchlechte Haltung von den uͤbrigen aus, indem das eine anfing, die Wolle abzuwerfen, das zweite aber wirklich ſchlechterer Beſchaffenheit und vielleicht nicht recht geſund war.

3) Auch die 3te(am beſten, mit 22 Pfb. taͤglich genaͤhrte) Partie ſtellte ſich ganz wie die

beiden erſteren dar, und zeigte ſelbſt 2 Individuen, die gegen die andern zuruͤckſtanden. Die Wolle war nicht ſchoͤner als bei jenen, der Koͤrper auch nicht groͤßer, ſein Schweiß vielleicht hie und da mehr ins Gelbliche uͤbergehend.