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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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- 28 rung vertauſchen, nachdem jene vom 16ten December an, und als Verſuchsfuͤtterung vom lIten Januar an, alſo als ſolche 91 Tage gedauert hatte. Der diesjaͤhrige große Strohmangel be⸗ wog mich dazu, wiewohl ich das Vieh gern noch auf dem Stalle behalten haͤtte, da die Weide damals noch wenig Nahrung darbot. Saͤmmtliches Vieh verſchlug auch wirklich, wie man zu ſagen pſiegt, d. h. es ging nicht an das ſchlechte Weidegras, oder fand vielmehr auf der Weide nicht die der bisherigen Stallfuͤtterung gleichkommende Nahrung, und fiel deswegen ab, wurde duͤnnleibig und traͤge. Selbſt nach4 Wochen war es noch nicht wieder in dem Zuſtande,

woorin es ſich beim Aufhoͤren der Stalfuͤtterung befand, weil die kalte Witterung im April und Mai die Erzeugung der Weidenahrung nicht beguͤnſtigte. Erſt als dieſe letztere ſich endlich beſ⸗ ſerte gegen Mitte Mai, kehrte der alte Zuſtand wieder, worin ſich denn bis zur Schur der

Wwollwuchs nach und nach hob.

11) Die Nahrung der 2ten, 3ten, 4ten und 5ten Partie ſollte der angenommenen Theorie nach gleich ſeyn, d. h. ziemlich gleichviel naͤhrende Subſtanzen enthalten, und war hierauf be⸗ rechnet, ſo wie man dagegen auch von dieſen 4 Partien einen ziemlich gleichen Wollgewinn er⸗ wartete. Die Fuͤtterung der 1ſten Partie war ſtaͤrker, und zwar um 4 Pfd. Hafer oder(der ſpeciellen Theorie nach) 10 Pfd. Heu, alſo um 2 Pfd. Heu per Kopf, und mußte man hoffen, daß dies auch mehrere Wolle erzeugen wuͤrde. Wenn Nahrung und Wollertrag im gleichen

Verhaͤltniß ſtehen, ſo ſollte die 1ſte Partie faſt die Haͤlfte Wolle mehr liefern, als jede der andern Partien, weil ſie faſt die Haͤlfte mehr Nahrungstheile in ihrem Futter empfing, als jene. Wir werden gleich ſehen, daß ſich ſolche Vermuthung nachmals nicht bewaͤhrt fand. Denn als(die Wolle hatte vom 8ten Mai 1822, alſo im Ganzen 392 Tage auf den Thie⸗ ren geſtanden) am 4ten Juni geſchoren wurde, ſo erhielt ich an Wolle:

1) von 19 Stück der 1ſten Partie...... 51 Pfd. 16 Lth. dazu rechne ich fuͤr das eine, 20ſte Stuͤck, welches

verungluͤckt war. 2 23

macht in Summa........ 54 Pfd. 7 Lth. 2) von 20 Stuͤck der 2ten Partie...... 53 160

3) von 19 Stuͤck der Zten Partie...... 48 dazu fuͤr das fehlende 20ſte Stuͤck, welches geſior⸗ 4 ben, per Fraction

macht in Summa.......50 17 4) von 20 Stuͤck der 4ten Partie......... 51 16

5) von 20 Stück der 5ten Parte. 52 24 / von Allen 262 Pfd. 16 Lth.

Mithin von 100 Stuͤck 11 Stein 20 ¼⅞ Pfd., faſt 12 St., oder von etwa 8 ½ Stuͤck 1 Stein

zu 22 Pfd. Die Schurze Nr. 2. bis 5. ſollten nach der im Vorigen enthaltenen theoretiſchen Berech⸗

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