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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
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nung gleichviel Wolle, Nr. 1. aber nach Maaßgabe der mehr verzehrten Nahrungsmittel faſt um die Haͤlfte mehr haben. Da dies nun keineswegs zutraf und das Mehrgewicht der Wolle ſo unbedeutend war, ſo ſcheint dieſer Fuͤtterungsverſuch eben ſo, wie die im vorletzten Winter angeſtellten, mit Wahrſcheinlichkeit darzuthun, daß der Wollwuchs mit der Nahrung nicht in ſolchem Verhaͤltniſſe ſteht, als man hie und da waͤhnte. Wenigſtens war beim Schurz Nr. 1., wie im letzten Jahre bei andern, das mehrgegebene Futter, namentlich hier Pfd. oder 1 ¾ Metze Hafer taͤglich, mithin auf die 91 Winterfuͤtterungstage 8 Schfl. 8 ½ Mtz., in Hinſicht auf Wollerzeugung ziemlich weggeworfen und verloren. Dagegen iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß ſich die Thiere dieſer Partie nach der Schur mehr feiſt und fleiſchig zeigten, als die der andern Abtheilungen. An Groͤße und Staͤrke hatten ſie aber ſo merklich nicht gewonnen, daß man ſolche ſtaͤrkere Fuͤtterung deswegen empfehlen koͤnnte. Daß nun die durch letztere produ⸗ cirte Wolle mehr Guͤte in ſich habe, ließe ſich zwar denken, kann aber nicht in Betracht kom⸗ men, weil die mit wenigerem Futter und Koſten gewonnene Wolle auch gut befunden wird und ſich nicht ſchlechter verkauft, als jene, die uns doch theurer zu ſtehen kam. Die Diffe⸗ renz im Wollgewicht von 1 bis 3 Pfund bei den 4 Schurzen Nr. 2. bis 5. kann zwar aus der verſchiedenen Nahrung herruͤhren, liegt aber wahrſcheinlich in Zufaͤlligkeiten, in geringerem oder ſtaͤrkerem Wollreichthum der Individuen, und iſt durchaus irrelevant. Deswegen muß man unter jenen 4 verſchiedenen Fuͤtterungen nur der den Vorzug geben, welche die wohl⸗ feilſte iſt, und dies laͤßt ſich nur beſtimmen, wenn man die Preiſe des Strohes, des Ha⸗ fers, der Erbſen und des Kleeheues kennt. Am bequemſten iſt die Fuͤtterung, wie die 4te Partie ſie erhielt, mit bloßem Heu zu den Hauptfuttern, die der 5ten Partie aber wegen nie⸗ drigen Haferpreiſes nicht ſelten die billigſte.

Die letztere nun verhaͤlt ſich, wenn man ihre Nahrungstheile auf Heu reducirt, folgen⸗

dermaßen: 1) 9 Pfd. Hafer= 18 bis 22 Pfd. Heu/ hier.. 220 Pfund Heu, 2) 6 ¾ Pfd. Roggenſtroh⸗Haͤckſel, 6,6 Pfd.= 1 Pfd. Heu,... 1,0 27 3) 5 Pfd. Erbsſtroh, à 1,3 Pfd.= 1 Pfd. Heu,....... 3,8461 4) 5 Pfd. Gerſtenſtroh, à 1,5 Pfd.= 1 Pfd. Heu, 3,3333

Äus 25 ¾ Pfd. Hafer und Stroh ergeben ſich.......... 28,2021 P. Heu auf 20 Stuͤck, mithin auf 1 Stuͤck etwa 1 ½ Pfd. Dieſelbe Fuͤtterung verhaͤlt ſich, wenn man ſie nach jetzigen Preiſen zu Gelde anſchlaͤgt, folgendermaßen: Berechnung einer Futterportion auf 30 Tage. 1) 270 Pfd. oder 90 Mtz. leichten Hafers, à Schfl. 28 Gr... 6 Rthl. 13 Gr. 6 Pf. 2) 202 ½ Pfd. Roggenſtroh⸗Haͤckſel, à 100 Pfd. 12 Gr. 1. 4

denſelben zu ſchneiden, à Schfl. zu 9 Pfd., 3 Pf. 5 7‧⸗ Latus 7 Rthl. 19 Gr. 5 Pf.