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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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genſtroh; daneben gebrauchten ſie 50 Pfd. Trankwaſſer. Die Strohquantitaͤt enthaͤlt etwa die Nahrungstheile von 23,11 Pfd. Heu, wurde aber nicht zur Haͤlfte aufgezehrt. Nachdem dieſe Fuͤtterung bis zum 4ten Mai incl., alſo im Ganzen 34 Tage gedauert, wurde das Vieh mit dem Uebrigen am 5ten Mai geſchwemmt, am 6ten und 7ten beim Weidegange mit dem Uebrigen getrocknet und am 8ten d. M. geſchoren. An dieſem Tage ließ ich nun vor der Schur andere 40 Stuͤck Jaͤhrlinge von den Thieren, die, wie oben bemerkt, ſchon ſeit dem 1ſten April ſich durch Wieſenweide naͤhrten, ausheben, indem ich dahin ſah, daß ſie Ruͤckſichts ihrer Statur und ihres Wollwuchſes mit jenen erſtgenannten Stallfuͤtterungs⸗Thieren uͤbereinkamen, um nunmehr beide Partien zu vergleichen und insbeſondere die Differenz im Wollertrage zu bemerken. 4 Es wurde nun an Wolle abgeſchnitten:

1) von den auf dem Stalle gefuͤtterten 40 Stuͤcken....... 75 Pfb. 16 Lth. 2) von den andern 40 Weidethieren...........72 28 mithin von den erſteren mehr.. 2 2 20

oder, à Pfd. angeſchlagen zu 12 Rthl., für 2 Rthl. 20 Gr. 3 Pf., wodurch die laͤn⸗ gere Stallfuͤtterung, wie man leicht ſieht, nicht bezahlt wurde. Denn es feorderte dieſe nach dem Obigen in 34 Tagen:.

a) an Erbſen 8 Schfl., à 28 Grr, fuͤr 9 Rthl. 22 Gr.,

b) an Stroh: von Gerſte 510 Pfund, von Hafer 510 Pfund, von Weitzen 510 Pfund, von Roggen 510 Pfund, in Summa 2040 Pfund, welches, wenn es nicht gegen den Miſt gerechnet wuͤrde, im Fall des Ankaufs wohl zu 10 Rthl. angeſchlagen werden muͤßte. Schon bei der Koͤrnerfuͤtterung gingen 7 Rthl. 2 Gr. verloren. Ich folgere hieraus, daß es raͤthlich ſey, die natuͤrliche Weide im Fruͤhlinge ſo bald zu benutzen, als ſie eine hinreichende Er⸗ naͤhrung des Viehes nachhaltig verſpricht, um dadurch ſo bald als moͤglich die koſtbare Stallfuͤt⸗ terung zu beendigen, indem, gegen die oft aufgeſtellte Behauptung, durch Regen, Wind und ſon⸗ ſtige Einwirkungen der Atmoſphaͤre auf die Wolle, dem Gewicht der letztern durch Vertrocknung des ihr eignen Fettes bei weitem nicht ſo viel entzogen wird, daß es der Koſten lohnte, Schaafe bis zur Schur, oder doch bis zur Waͤſche auf dem Stalle zu fuͤttern. Denn gewaſchen muß in jedem Falle werden, das Vieh ſey auf der Weide oder im Stalle genaͤhrt, und durch dies Wa⸗ ſchen wird endlich auch bei dem auf dem Stalle gefuͤtterten Viehe alles das hinweggenommen, was bei dem Weideviehe ſchon fruͤher durch Naͤſſe und Luft verloren ging, und wodurch das Ge⸗ wicht der Wolle des erſteren(Viehes) gegen das letztere allenfalls vermehrt werden koͤnnte. Die Waͤſche ſoll alle die Unreinigkeiten entfernen, die den Wollhaͤrchen aͤußerlich ankleben und anhaͤngen, alſo auch den fettigen Schweiß. Nun leuchtet zwar ein, daß letzterer mehr durch Waſchen und laͤngere vorhergehende Luftausſetzung, wie ſie auf der Weide Statt findet, ſich ver⸗ lieren muͤſſe, als durch einmaliges Waſchen beim Stallfuͤtterungsvieh; doch ſcheint mir auf der andern Seite das, was ſich an Fett und Schweiß nach dem Waſchen und Wiedertrocknen bei dem