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Beitrag zu Thaers Theorie über das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit des Bodens / Vom Herrn Ritter v. Riese
Entstehung
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Mai, Anfang Juni ſehr trocken und kalt. Ungeachtet daher alle Saaten um dieſe Zeit ganz erbaͤrmlich ausſahen, ſo erholte ſich doch alles Sommergetreide durch die vom 17ten Juni bis gegen Ende Juli dauernde fruchtbare Regen ſehr. Ende Juli und Auguſt trat bei ſehr ſtarker Hitze Duͤrre ein, ſo daß die ſpaͤten Saaten nothreif wurden. Im Ganzen war das Jahr ſo wie 1811 und 1817 warm und trocken, jedoch da die Regen ſehr zur rechten Zeit kamen, fuͤr hieſige Gegend viel guͤnſtiger; Wintergetreide gerieth im Ganzen ſchlecht, aber Sommerge⸗ treide, beſonders Erbſen wider Erwartung ſehr gut. 1 Witterung des Jahres 1819..

Ein fuͤr die Winterſaaten guter Herbſt und Winter anno 18 3 machte, daß dieſe zu Anfang der Vegetation gut ſtanden, da auch April, Mai und Anfang Juni guͤnſtig und hinlaͤng⸗ lich warm und feucht waren; ſo ſtand am 15ten Juni alles ſehr gut und ließ in Winter- und Sommerſaat eine ausgezeichnete Ernte hoffen. Durch die vom 15. Juni an eingetretene enorme Hitze mit wenigem Regen, welches bis im Auguſt dauerte, litt die Soͤmmerung ſo, daß ſie meiſtens nothreif wurde, alſo eine ſehr mittelmaͤßige Ernte gab, die Witterung gerieth aber deſſen unge⸗ achtet gut. Ende Auguſt und September war ſehr regneriſch, daher ein ſchlechtes Erntewetter, aber fuͤr Kartoffeln ſehr guͤnſtig. Im Ganzen war das Jahr trocken und heiß, gehoͤrt jedoch hier zu den beſſern Jahren 1812, 1813, 1814 und 1818.

Witterung des Jahres 1820. 4

Die Winterſaaten ſtanden im Herbſt ziemlich gut und erhielten ſich auch ſo durch den Winter. Dieſer war mittelmaͤßig ohne vielem Schnee, bis endlich 5ten Maͤrz und bis gegen Ende ein ſehr tiefer anhaltender Schnee fiel. Dieſer verurſachte mit Anfang April angefangener Saat, daß beinahe alle Felder ſich hie und da zu trocken und allenthalben ſchlecht bearbeiten ließen. Hierauf trat bei ſtarker Waͤrme bis 17ten Mai eine, allen, beſonders den Winterſaaten ſchaͤd⸗ liche, Trockene ein. Vom 17ten Mai bis circa 2oſten Juni folgten anhaltende Regen, durch die ſich viele Fruͤchte etwas ceholten, der Gerſte jedoch wegen zu vieler Naͤſſe ſchadeten. Von bei⸗ laͤufig 2oſten Juni folgte eine ungeheure bis 18ten Oktober dauernde Duͤrre, nur von einigen unbedeutenden Regen unterbrochen, und ſchon am I1ten November trat Schnee und Winter⸗ kaͤlte ein. Ein auf Charfreitag ſtatt gehabtes Gewitter ſcheint dieſe unguͤnſtige aus lauter Ex⸗ tremen beſtehende Jahreswitterung, nach uralten Bauerregel, angekuͤndigt zu haben. Dies Jahr gehoͤrt aſo zu den trockenen und unter mittelmaͤßig warmen. In Ruͤckſicht der Fruchtbar⸗ keit aber zu den allerſchlechteſten und ſtand vielleicht auch unter 1811. Auch bekam der Weitzen, was ſonſt nur wie 1815 und 1816 durch Naͤſſe zu geſchehen pflegte, zuſammengeſchrumpfte Koͤr⸗ ner. Auch die Kartoffeln litten enoem und gaben hie und da kaum die Saat.