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Beitrag zu Thaers Theorie über das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit des Bodens / Vom Herrn Ritter v. Riese
Entstehung
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Witterung des Jahres 1815.

Von Ende Maͤrz, wie die Saat anfing, bis Mitte Mai duͤrr ohne den geringſten Re⸗ gen, wodurch der Winterroggen beſonders litt. Von Mitte Mai bis Ende Auguſt meiſtens naß, welches den meiſten Fruͤchten nuͤtzlich war, der Kornbluͤhte aber ſchadete und die Koͤrner des Weitzens einſchrumpfend machte, ſo wie uͤberhaupt dieß Jahr beſſer in Mandeln als in Schuͤt⸗ tung und viel mehr kalt als warm war. Im September bis Iſten November regnete es gar nicht, ſo daß ein großer Theil der Winterſaat, beſonders der nach 1oten September geſaͤeten, in der Erde vermalzten und beinahe alle erbaͤrmlich einwinterte.

Witterung des Jahres 1816.

Dieß merkwuͤrdige Jahr war durchaus kalt und naß. Die Winterſaaten, welche im Fruͤhjahr miſerabel ſtanden, gaben wegen vieler Regen noch mehr an Mandeln, als man ver⸗ muthete. In der Kornbluͤthe kam drei Wochen die Sonne nicht zum Vorſchein, welches groͤß tentheils den Koͤrneranſatz hinderte. Die Sommerſaaten wuchſen freudig, ſo daß mit Anfang Auguſt noch ein Mitteljahr zu erwarten war, als auf Laurenci ein ſtarker Hagel, bei Modrzo⸗ witz die Haͤlfte der Gerſte, der Erbſen, des Hafers und circa g von Weitzen und Korn bei Kamena aber eirca der Gerſte, der Erbſen, des Hafers, vom Weitzen und Korn ausſchlug, auch das Heidekorn ſehr beſchaͤdigte und einen Schaden von circa 12,000 Fl. ver⸗ urſachte. Wiſſoka kam ganz gluͤcklich durch.

Witterung des Jahres 19817.

Die Saaten kamen wegen des vorigen Jahres zum Theil verſpaͤteten Anbaues ungleich und der Winterweitzen und Brachkorn ſchoͤn, Korn nach Erbſen aber meiſtens ſchlecht. Die Saat ging mit Ende Maͤrz an und dauerte bei ſchoͤnem Wetter bis éten April, in welcher Zeit bei nahe alle Erbſen und ein Theil Hafer geſaͤet wurden dann trat Kaͤlte und Schnee bis zum 29. April ein, welche viele Erbſen beinahe ganz ruinirten. Vom z3oſten April war die Witterung warm und guͤnſtig, nur daß im Juni wieder eine trockene eintrat, wodurch beſonders die Gerſte die etwas duͤnn und noch dazu nach Voreggen oben aufgeſaͤet war litt. Das Jahr gab im Ganzen beſſere Schuͤttung als Mandeln, da es duchgehends warm und trocken war und vom iſten Mai an, dem Jahre 1811 aͤhnlich war.

Witterung des Jahres 1818.

Die Winterkornſaat, welche 1817 ſchon den 10ten Auguſt angefangen worden war, kam ſehr ſtark beſtockt, jedoch zum Theil mit verdorbenen Kraute in den Winter. Sie litt darin ſtark, die meiſten Sproſſen ſtarben ab und ſie ſchoß ſehr duͤnn in Halm. Weitzen war 1817 im Herbſt auf allen Feldern zu tief eingeackert worden, ſo daß zs ſchuͤtter aufging, es auch bis zur Ernte blieb. Die Witterung war im halben April und halben Mai warm und feucht. Ende