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Beitrag zu Thaers Theorie über das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit des Bodens / Vom Herrn Ritter v. Riese
Entstehung
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Witterung des Jahres 1811.

Der Winter ſehr kalt, mit vielem Schnee und anhaltend. Zeitiges Fruͤhjahr, mit dem I5ten Maͤrz ging die Saat an. Bis Anfang Juni etwas trocknes jedoch ziemlich guͤnſtiges Wet⸗ ter. Sodann den ganzen Sommer hindurch trocken und Hitze, die allen, beſonders den Som⸗ merſaaten ſchadete, mithin, da alles nothreif wurde, der Schnitt ſchon mit Anfang Juni anfing.

Im Auguſt und September einige Regen und ſehr ſchoͤner Herbſt bis im Dezember.

Witterung des Jahres 1812.

Auf den vorigen Herbſt und die ſehr ſchoͤnen Winterſaaten folgte ein ziemlich langer Win⸗ ter. Am gten April begann die Sommerſaat, nachher ſehr trocken ohne allen Regen bis 12ten Mai. Sodann bis in den halben Oktober wo der Winter wieder anfing beinahe beſtaͤn⸗ dig mehr feucht als trocken, aber dabei mehr kuͤhl als heiß.

Die Witterung war im Ganzen fuͤr alle Fruͤchte, beſonders fuͤr die Sommerſaaten, ſehr guͤnſtig; nur der Weitzen ungeachtet er ſo wie alle Getreide ſtark in Mandeln ging bekam wegen zu vieler Naͤſſe eingeſchrumpfte Koͤrner. Die Ernte war wegen vieler Regen ſchwierig.

Witterung des Jahres 1813.

Viele Saaten waren im Fruͤhjahr wegen zu fruͤh eingetretenen Winter etwas ſchwach. Auch ſchadeten die ohne den gehoͤrigen Waſſerabzuͤgen eingefuͤhrten breiten Beete, ſo auch daß Verwalter Jahnl hie und da etwas anbruͤchiges Korn gebaut hatte. Bei Ausgang des Winters wurde viel Ruͤbſen und Korn durch die Froͤſte ausgezogen.

Die Witterung der Vegetationsperiode aller Gewaͤchſe war mit Ausnahme einer Duͤrre im Juni von 3 Wochen guͤnſtig. Auch dauerte der Herbſt ſehr lang und ließ die kuͤnf⸗ tigen Winterſaaten ſchoͤn heranwachſen. Mit dieſem Fruͤhjahre fing der Feldbau an ordentlich zu gehen; beſonders wurde die Brache durch Queerackerungen ſehr gut bearbeitet.

8 Witterung des Jahres 1814. 3

Die Saat war mit Ausgang des Winters, der mit ſtarkem Schnee bis Ende Maͤrz dauerte, ſchoͤn. Anfangs April kam ſtarke Waͤrme, der ein ſtarkes Gewitter folgte. Nach die⸗ ſem traten ſtarke Froͤſte ein, die his und da ſchadeten. Im Juni bis 1oten Juli trat mit Aus⸗ nahme von einigen unbedeutenden Negen, die gewoͤhnliche Duͤrre ein, alsdann folgten Regen; vom 24ſten Auguſt aber bis Ende September ſo viele, daß viel Getreide auswuchs.

Nach der wirklich dem Anſehen nach im Ganzen nicht guͤnſtigen Witterung haͤtte man eine viel ſchlechtere Ernte, als erfolgte, erwarten ſollen, beſonders da alle Fruͤchte, hauptſaͤch⸗ lich der dies Jahr durchaus einfurchige Klee⸗Weitzen auf dem Halm ſich nicht ſo gut als ſie in Mandeln in Schuͤttung ausgaben, zeigten.

Der Herbſt fuͤr die neue Winterſaat war mittelmaͤßig.

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