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Beitrag zu Thaers Theorie über das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit des Bodens / Vom Herrn Ritter v. Riese
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Berechnung einer ganzen Wirthſchaft ſehr erleichtere, wenn wir das Stroh in activo und pas- sivo ganz auslaſſen. Bei Berechnung der Ausſaugung der Koͤrner der Cerealien und des Rap⸗ ſes ſcheint es aber mir im hoͤchſten Grad unrichtig, daß Burger dieſe nur nach ihrem Gewicht und ganz abgeſehen von ihren chemiſchen Beſtandtheilen beſtimmt. Dies allein koͤnnte nach meiner Anſicht zu richtigen Schluͤſſen fuͤhren. Nach ſeinem Syſtem erfolgt beilaͤufig folgende Skala, wornach die Fruͤchte den aus bloßem Heu und deſſen Equivalent erzeugten Dung, ausſaugen:

1 Scheffel Hafer 120. Gerſte 165. Roggen 198. Weißen 212. Ruͤbſen 184. nach meiner Anſicht veraͤndert ſich obige Skala ſo:

1 Scheffel Hafer 120. Gerſte 168. Roggen 240. Weißen. 320. Ruͤbſen 480. Wer hier Recht hat, mag der unpartheyiſche Landwirth beſtimmen.

Ich bin weit entfernt, meine Poſitionen auch nur fuͤr meine Lokalitaͤt mathematiſch eichtig zu halten, glaube im Gegentheil, daß der Erfolg der 10 oder 20 kuͤnftigen Ernten mir manchen darin enthaltenen Fehler aufdecken wird. Aber nur dadurch, daß Landwirthe in ver⸗ ſchiedenen Gegenden bei ganz verſchiedenen Verhaͤltniſſen und Fruchtfolgen ſich aus der Erfah⸗ rung ihrer Ernten Syſteme gruͤnden und dieſe dann an den Probierſtein des wirklichen Erfolgs halten, glaube ich, daß man dereinſt vielleicht erſt nach vielen Dezenien allgemein guͤltig aner⸗ kannte Grundſaͤtze wird aufſtellen koͤnnen. Nur denke ich, muß man diejenigen Saͤtze, die blos örtlich ſind, als z. B.die verſchiedenen Abſtufungen des Reichthums und der Thaͤtigkeit, von denen genau abſondern die allgemein guͤltig ſind. Fuͤr einen der letztern halte ich folgen⸗ den, ungeachtet er ganz gegen Burger 2ter Band Seite 360 lautet, naͤmlich: daß eine Metze Weitzen oder jedes andere Getreide, in ſofern es die näͤmliche Qualitaͤt hat, dieſelbe Fruchtbarkeit aus dem Boden gezogen hat, es mag nun in Egypten, Deutſchland oder Schwe⸗ den gewachſen ſeyn. Die Thatſache, die dawider zu ſtreiten ſcheint, daß die ungariſchen Marſch⸗ boͤden und alle aͤhnliche ſo viele Jahre keinen Dung brauchen, erklaͤre ich mir folgendermaaßen:

a) Moͤgen ſie ungeachtet ihres warmen Klimas, wegen des ſtarken Thongehalts, eine ſo ge⸗ ringe Thaͤtigkeit haben, daß dieſelbe bei Brach⸗Weitzen nar mit 265 zu beſtimmen iſt; brauchen daher zu einem Reinertrag von 11 ¼ Scheffel per Berliner Morgen 572 ¾ Grad

Reichthum, oder auf Joch zu 7 ¾ Metzen Ertrag 420 ½ Grad. Hiedurch geht die Ausſaugung ſehr langſam.

b) Kann die Brache wegen fuͤnffach ſo hohen Reichthums auch vielleicht fuͤnffach ſo reichthum⸗

vermehrend angenommen werden.

c) Iſt auch, wenn dieſe Felder alljaͤhrlich tragen, der Graswuchs in der Stoppel von Ende

Juni bis Ende Dezember durch ein volles halbes Jahr ſo ſtark, daß man dies als eine