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Beitrag zu Thaers Theorie über das Verhältniß der Ernten zur Fruchtbarkeit des Bodens / Vom Herrn Ritter v. Riese
Entstehung
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nen viel geringern Strohertrag geben. Ich kann hier das Verhäͤltniß, welches beim Rog⸗ gen in Norddeutſchland wie 2 zu 3 angenommen wird, nur wie 2 zu 4 und bei den uͤbrigen nach Verhaͤltniß nehmen.

5) Ueberzeugte mich der Ertrags⸗Durchſchnitt der folgenden Fruͤchte, daß die Kartoffeln hier nur ſehr unbedeutend ausſaugen und daß, wenn ihr Kraut nicht abgefuͤhrt ſondern ein⸗ geackert wird, ihnen bei einem Durchſchnitts⸗Bruttoertrag von 75 Scheffel per Morgen nur ſo viel Erſchoͤpfung zur Laſt gelegt werden kann, als wenn der Morgen 3 Scheffel Roggen uͤber die Saat, oder per 3 Wiener Joch 2 Wiener Metzen getragen haͤtte.

6) Auf gleiche Art fand ich aus dem Ertrag der folgenden Fruͤchte, daß ich dem Klee nicht nur(im Fall er keinen Saamen getragen) keine Erſchoͤpfung, ſondern ſogar eine ſehr bedeutende Vermehrung des Reichthums zuſchreiben muͤſſe. Ich halte dieſe circa ſo viel Centner Dung gleich, als der Klee in der Ernte Centner Heu und Gromet gegeben hat. Eine Thaͤtigkeitsvermehrung bin ich aber durch die Erfahrung nicht berechtigt ihm beizu⸗ legen, welches auch mit der allgemeinen beſonders in Italien anerkannten Wahrheit uͤbereinſtimmt, daß eine gruͤne Duͤngung kuͤhlend wirke, denn nur dieſe giebt ja der Klee durch ſeine Wurzeln und abgefallenen Blaͤtter.

Hier muß ich noch bemerken, daß ſich immer Hafer und Weitzen als die beſte, Gerſte aber als die allerſchlechteſte Nachfrucht deſſelben gezeigt haben.

Auf dieſe Lokalerfahrung geſtuͤtzt, und mich uͤbrigens moͤglichſt an Thaers Grundſätze der rationellen Landwirthſchaft haltend, legte ich um uͤber das, was ich von meiner anfaͤng⸗ lich 6feldrigen, jetzt 12feldrigen Wechſelwirthſchaft zu erwarten haͤtte, moͤglichſt ins Reine zu kommen zum Theil ſchon vor 8 Jahren, allgemein aber vor 4 Jahren, folgende Säͤtze bei meinen Berechnungen zum Grunde. Zu meiner Beruhigung ſtimmt der Erfolg mit der Berech⸗ nung ſo genau im Durchſchnitt der Jahre uͤberein, als ſich nur vernuͤnftiger Weiſe erwarten ließ, und dies veranlaßt mich, es hier auseinanderzuſetzen.

Zur Berechnung des Reichthums nehme ich 1 Centner guten Dung, ſo wie er bei mir erzeugt wird,= 1 Grad an, ſetze daher eine Duͤngung von 12¾ eigenen Fuhren à 8 Centner, oder 16 ¾ Frohnfuhren à 6 Centner= 3... 3 100 Grad,

Eine von Haͤuslern, Tagloͤhnern, Innſten gekaufte, oder zu ihren Kartoffeln verwendete Duͤngung von gleichfalls 100 Centnern, wegen ſchlechterer Qua⸗ litat derſelben, da ſie groͤßtentheils aus Waldſtreu beſteht,= 60 Eine Beduͤngung von Teichſchlamm, von circa 60 eigenen oder 80 Frohn⸗ fuhren(im Sommer etwas weniger, im Winter mehr) auf 3 Joch= 60