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Winter vertheilt, im Sommer dazwiſchen praktieiren die jungen Leute hei tüchtigen Landwirthen, mit welchen ich zu dem Ende in Verbin⸗ dung ſtehe; künftig kann ich nun auch auf einer demnächſt gemein⸗ ſchaftlich mit einem erfahrenen Oekonomen zu übernehmenden Wirth⸗ ſchaft direct hierzu die Gelegenheit geben. Die Umſtände geboten mir jene Einrichtung zu treſfen;; der Erfolg hat bis lett günſtig für ſie geſprochen.
§. 17. Die fuͤr den Landwirth wichtigſten Huͤlfswiſ⸗ ſenſchaften ſind: Chemie, Phyſik, Botanik, Mineralogie, Mathematik, Thierarzneikunde, mehrere Haupitheile d der Tachnologir.
Die Chemie und Phyſik geben über das Weſen der organi⸗ ſchen und anorganiſchen Körper, die Beſtandtheile des Bodens und der Pflanzen, die Eigenſchaften und Wirkungen der Dungſtoffe, die bei den techniſchen Gewerben vorkommenden Proceſſe, und vieles An⸗ dere die wichtigſten Aufſchlüſſe.— Die Mineralogie iſt als die wiſſenſchaftliche Grundlage zur Bodenkunde zu betrachten.— Die Wichtigkeit der Pflanzenkunde leuchtet von ſelbſt ein, da ſich der Landwirth hauptſächlich mit Production von Pflanzen und Verarbei⸗ tung von Pflanzenſtoffen beſchäftigt.— Um den Nutzen thierärzt⸗ licher Kenntniſſe einzuſehen, bedarf es kaum einer Hindeutung auf den anderen landwirthſchaftlichen Hauptproductionszweig, die Vieh⸗ zucht.— Aus dem Gebiete der Mathematik ſoll der Landwirth nicht bloß die Geübtheit in dem für ihn ſo nothwendigen Rechnen und Buchführen entnehmen, er ſoll auch Flächen und Körper meſſen und nivelliren können; ferner bedarf er der Mathematik zum Ver⸗ ſtändniſſe des für ihn wichtigſten Theiles der Phyſik, der Mechanik, und zugleich wird es ihm ſehr zu Statten kommen, wenn er im Zeichnen geübt und in der Landbaukunſt nicht ganz unerfahren iſt.— Die Kenntniß der öfters mit der Landwirthſchaft in Verbin⸗ dung ſtehenden techniſchen Gewerbe iſt ein ſo nothwendiges Er⸗ forderniß, daß dieſe eigentlich zum Hauptfache ſelbſt gezählt werden dürfen.— Kann ſich eudlich der künftige größere Gutsbeſitzer oder Adminiſtrator auch noch mit der Nationalökonomie und den Landesgeſetzen vertraut machen, ſo wird damit ſeine Ausbildung vervollkommnet und die Ansübung ſeines künftigen Berufes gefördert werden.“ Uebrigens iſt die landwirthſchaftliche Betriebslehre als ein Theil der Nationalökonomie zu betrachten.


