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ſcheidung hauptſächlich blos auf Specialitäten in der Kör⸗ perform und Groͤße begründet iſt.
§. 19. Wir finden aber auch unter den Arten unſerer Hausthiere noch mancherlei Abweichungen in den Formen und Eigenſchaften, welche in Folge der Forterhaltung im gezähmten Zuſtande und verſchiedener anderer Einfluͤſſe ent⸗ ſtanden ſind, und die ſich in der Fortpflanzung erhalten, für die Zwecke der Benutzung aber mehr oder weniger von Wichtigkeit ſind. Wir machen deshalb bei unſeren Haus⸗ thieren noch die, wenn auch in naturhiſtoriſcher Hinſicht unbedeutende, dagegen in landwirthſchaftlicher Hinſicht ſehr wichtige untergeordnete Eintheilung in Abartenj oder Raeen.
Daß ſich die Racen einerlei Art ſtets mit einander paaren laſſen und ihre Nachkömmlinge auch wieder untereinander ſich fortpflanzen, bedarf kaum der Auführung; bemerkenswerth aber iſt, daß Thiere von verſchiedenen Arten(species), aber einer Gattung, ſich zwar auch häufig mit einander paaren laſſen, daß jedoch dieſe Thiere ge⸗ wöhnlich eine gewiſſes Abneigung dabei zeigen und der Erfolg weniger ſicher iſt, als beiſThieren gleicherArt. Die aus ſolcher Paarung eut⸗ ſtehenden Abkömmlinge ſind überdieß häufig gar nicht fortpflanzungs⸗ fähig, und die Natur zeigt hier die Grenze, bis zu welcher ſle die willkührlichen Eingriffe des Menſchen in ihr geheimnißvolles Innere duldet.— Thiere verſchiedener Gattungen können nicht mit einan⸗ der gepaart werden.
Im landwirthſchaftlichen Sprarhgehranche hält man ſich nicht immer ſtreng an die Begriffe, welche in der Naturgeſchichte allge⸗ mein gelten; man ſſpricht z. B. gewöhnlich von den Hausthiergat⸗ tungen, indem man eben ſo wohl das Pferd(equus caballus) und den Eſel(equus asinus), welche doch nur Arten(species) einer Gat⸗ tung(vomzPferd, equus) ſind, als das Schwein und das Rind als beſou⸗ dere Gattungen annimmt; ebenſo wird im gemeinen Leben die Race (Abart) ſchlechthin auch Art genannt, man ſagt z. B. die langwol⸗ lige engliſche Schafart u. ſ. w. Wir wollen jedoch ſolcher Ver⸗ wechſelung, die gewöoͤhnlich auch Verwirrung in den Begriffen zur Folge hat, das Wort nicht redeu.


