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gehört der Dampf, wenn gleich keine einzelne Krankheits-Form, sondein vie- 4 mehr ein Conglomerat mehrerer, mit Recht unter die Hauptmängel. Alles, was das Athmen hindert, kann Ursache des Dampfs werden, z. B. zu grosses Herz, verdichtete oder fleischige Lungen, Eitersäcke, Verwachsung der Lunge mit dem Rippen-Fell, Luft-Austreten, Wasser-Ansammlung in der Brusthöhle u dgl.. Sind die Luftwege an einer Stelle zu eng, so kann diess Veranlassuug zuin so- 4 genannten pfeifenden Dampf werden, welcher in einigen Ländern häufig vor- kommt, und meist ein angeborener Fehler ist,(z. B. in Frankreich, wo er als cornage besonders unter den Hauptmangeln steht). Obgleich man bei der Sec- tion dämpfiger Pferde meist eine deutliche Ursache der Krankheit(gewöhnlich an der Lunge selbst) findet, so gibt es doch auch Fälle vom Gegentheil, und ebenso kann man kranke Lungen antreffen, ohne dass das Thier im Leben die Zeichen des Dampfs gedussert hätte; es müssen daher dämpfige Pferde bei Leb- zeiten als solche erkannt werden, und die Untersuchung nach dem Tode ist al- lein gicht hinreichend dazu; leicht geschieht es, dass frisch entstandene Lun- gen-Entzündungen und ihre Folgen für Dampf genommen werden, was aber nicht richtig ist. Es gibt eine Form des Dampfs, welche periodisch erscheint, so dass das Thier in den Zwischenräumen kein Zeichen der Krankheit äussert; man hat diese Form mit dem Biustkrampf des Menschen verglichen, und ner- vösen Dampf genannt; sie scheint mir auf, von Zeit zu Zeit wiederkehrender, Wasser-Ansammlung in der Brusthöhle und dem Herzbeutel zu beruhen, denn sie geht zuletzt meist in Brust-Wassersucht über. Aus den oben angeführten Ursachen des Dampfs lässt sich leicht einsehen, warum eine völlige Heilung des- selben nicht wohl möglich ist.
Manche Gesetze machen einen Uaterschied zwischen Dampf und Herz- schlächtigkeit, andere nehmen beide für gleich an; es ist bei der Unbestimmt- heit der aus alter Zeit herrührenden Ausdrücke schwer zu entscheiden, auf welcher Seite das Recht ist; wir haben bei den uns vorgelegten Streitfällen den Grundsatz angenommen, die mit dem eigenthümlich unterbrochenen Athmen be- hafteten Pferde für dämpfig, andere aber, denen dieses Symptom abgeht, die. aber deutliche Symptome von chronischen Lungenübeln zeigen, von welchen aber mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass sie vor dem Verkauf schon zugegen waren, für herzschlächtig zu erklaren, und so im Sinne der Gesetzgebung den Käufer gegen Nachtheil zu schützen*).
Die Fallsucht(wehtägig, Epilepsie) ist eine beim Pferd sehr seltene, schwer zu erkennende und fast unheilbare Krankheit. Sie äussert sich durch
*) Unter vieille courbature verstehen die Franzosen ebenfalls solche veraltete Lungen- HRrankheiten; es entspricht also unserem Ausdrucke: herzschlächtig, daher ich es auch in oben gegebener Uebersicht so übersetzt habe.


