Teil eines Werkes 
[Hauptbd.] (1834) Vorlesungen für Pferde-Liebhaber. [Hauptbd.]
Entstehung
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an der Krone der Füsse, in den Ohren und im Allgemeinen wenig empfindlich, und hat oft einen langsameren Puls als normal. Beim Gebrauch liegt es in den! Zügel, drängt stets vorwärts, oder auch nach Einer Scite, geht nicht gerne rück¹ wärts, hebt die Füsse hoch auf, und äussert alle Zeichen seines Zustandes in höherem Grade, je mehr es bei der Arbeit angestrengt und erhitzt wird. Aus diesem Grunde ist es nöthig, bei Untersuchung von Thieren, die nur in gerin- gerem Grade kollerig sind, sie warm zu reiten oder zu fahren, wo sich oft erst die characteristischen Merkmale der Krankheit äussern, von welchen das Thier im Stalle vielleicht wenig oder keine Zeichen gab; ebendesshalb auch sind Kol- ler im Winter leichter verkäuflich als in der warmen Jahreszeit, welche die Krankheit zu verschlimmern pllegt.

Der rasende Koller ist durch periodisch wiederkehrende Anfälle von Tobsucht bezeichnet, wobei das Thier in die Krippe steigt, die Ketten zerreisst und tobt, bis es endlich durch die Anstrengung, den Schweiss u. s. w. ermattet, wieder ruhig wird; solch ein Anfall dauert ½ Stunde, und kann sich zu sehr verschiedenen Zeiten wiederholen; gewöhnlich geht das Thier zuletzt an einem solchen Anfall zu Grundé; in den ruhigen Zwischenzeiten ist es still- oder dummkollerig. Nicht selten werden dergleichen Ausbrüche von Raserei bei hefligen Hirn-Entzündungen, bei stätigen Pferden u. s. w. beobachtet, und alsdann auf rasenden Koller erkannt. Diess ist aber ganz falsch, denn wenn gleich die Entzüudung des Gehirns viele von den Symptomen des Kollers über- haupt zeigt, so gehört sie, als eine acute Krankheit, keineswegs unter die Hanpt-Mangel, sondern bloss ihre Folgen und ihr chronischer Verlauf eignen sich dazu.

Unter Dampf oder Herzschlächtigkeit(bauchstössig, schlehbäuchig engbrüstig, hartschlächtig u. s. W., franz. Ia poussé, cornage, vieille courbature, engl. brocken-zind, hik-wind) ist eine Gruppe von Krankheiten vereinigt, wel- che bloss das Gemeinschaftliche einer langwierigen, fieberlosen Beschwerde des Athmens haben, durch welche die Brauchbarkeit des Thiers bedeutend vermin- dert wird. Der Dampf im engeren Sinne ist dureh das beschleunigte, eigenthümlich unterbrochene Athmen(ohne zugleich beschleunigten Puls) bezeichnet, welches darin besteht, dass jeder Athemzug gleichsam in zwei Zeiträumen(sowohl beim Ein- als Ausathmen) geschieht, daher die Bewegung der Flanken wellenförmig, und die Erhebung der Rippen stärker als sonst ist; längs der Rippen-Knorpel bildet sich öfters eine Vertiefung, die sogenannte Dampfrinne(Schnur, vergl. Vorl. 15), und ein hohler, dumpfer, schwacher Husten, selten mit schleimigem Ausfluss aus der Nase verbunden, ist zugegen. Im ruhigen Stand sieht man oft wenig von diesen Zufällen, allein bei Anstrengung und besonders im schnellen Laufe nehmen sie zu, und werden dann deutlicher; ebenso kann man dämplige Pferde durch passende Fütterung(ohne Heu, mit Rüben, gedörrtem Obst u. dgl.) und ausleerende Mittel erleichtern, und ihren Fehler dadurch verbergen. Daher