Teil eines Werkes 
[Hauptbd.] (1834) Vorlesungen für Pferde-Liebhaber. [Hauptbd.]
Entstehung
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Theile der Lippen gemessen und dieses Maass(gleich Kopflänge) nach Bourgelat in 3 Primen, jede derselben in 3 Secunden, und diese endlich je in 24 Terzien, (also Kopflänge gleich 3 Primen gleich 9 Secunden gleich 216 Terzien ein- getheilt. Bojanus theilte den Kopf seines Musterpferdes in 7 gleiche Theile, und gibt die übrigen Verhältnisse nach Zehntheilen der Körperlänge an. Da nicht selten der Kopf allein zu lang oder zu kurz ist, so geht man siche- rer als Grundlage des Mafsstabs statt einer Kopflänge, der Höhe(am Wi- derrüst) oder Länge des Thiers zu nehmen.

Bei einem regelmässig gebauten Pferde nehmlich ist eine senkrechte Linie vom Widerrüst bis zur Erde, gleich lang mit einer horizontalen Linie von der Bugspitze bis zum hintersten Rande der Hinterbacken(gegenüber vom Sitzbein; diese Linie ist hinten etwas höher als vornen); jede dieser beiden Dimensionen enthält 2 2 Kopflängen(bei Hochstetter 3, und bei Saintbel gar 4 Kopflängen); ist der Körper länger als hoch, so ist das Thier langleibig(oder kurzbeinig), beträgt dagegen die Höhe am Widerrüst mehr als die Körperlänge, so ist es hochbeinig(oder kurzleibig). Die Höhe des ganzen Thiers vom Genik bis zum Boden soll 3 Kopflängen betragen, was jedoch sehr verschieden ist, je nachdem das Thier gewohnt ist, den Kopf hoch oder nieder zu tragen*).

Das angegebene Verhältniss der Höhe und Länge zu einander, und zum Kopfe passt natürlich blos auf ausgewachsene Pferde, da bekanntlich bei Fohlen der Kopf verhältnissmässig zu kurz ist, und die Höhe des Körpers bei neuge- bornen Fohlen seine Länge fast um die Hälfte übertrifft. Eine Kopflänge gibt ferner in der Regel die Dicke des Körpers(vom Rücken senkrecht zum Bauch und von einer Seite zur andern, und somit 3 Kopflängen, den Umfang des Körpers nach seiner Rundung gemessen.

Es ist nöthig, die Höhe des Pferds bestimmt angeben zu können, da oft die Brauchbarkeit eines Thiers zu einem gewissen Dienst, z. B. beim Militär oder bei Kutschenpferden, davon abhängt. Man hat hiezu ein ahnliches Werkzeug, wie zum Messen des Kopfs, aber es muss über 6 Fuss lang seyn; es ist in Zolle

u. s. W. eingetheilt und hat oben ein Querstück, das sich auf und ab schieben

und mittelst einer Schraube feststellen lässt, unten ist manchmal eine Platte um das Pferd darauf stehen zu lassen, was jedoch nicht zweckmässig ist; da- gegen sollte immer ein Senkloth an der Stange angebracht seyn, um bestimmen zu können, ob das Instrument senkrecht steht.

Man nennt dasselbe: Stab- oder Stangenmaas, im Gegensatze des Band- oder Anleg-Masses, welches aus einem starken Bande oder Schnur(am besten von Seide) besteht, worauf die Zolle bezeichnet sind. Das letztere Maass gibt indessen ein weniger zuverlässiges Resultat, da durch die Rundung der Schulter

*) Bei den später folgenden Angaben der Verhältnisse ist unter 1 Hopflänge immer Sh, der Rörperhöhe(oder Länge) zu verstehen.