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Belgien und Holland bringen schwerc Pferde für Kutschen- und Frachtfuhrwerk hervor; die besseren derselben kommen aus Westfriesland(Hard-Dravers), die schwächlichsten sind die Flammänder.
Unter den französischen Pferden zeichnen sich die der Normandie und Bre- tagne als Wagenschlag und die von Limousin und Auvergne als Reitschlag aus; erstere sind in neuerer Zeit durch fremde(besonders englische) Hengste verän- dert und nicht immer veredelt worden, und werden für die schwere Cavallerie gekauft. Karren-Pferde des gröbsten Schlags zieht Frankreich in den Depts Cal- vados und Manche.— Das spanische Pferd, besonders aus Andalusien war frü- her seiner stolzen Haltung und seines abgemessenen Ganges wegen als Schul-
ferd berühmt; Gallizien und Asturien übertreflen in der Pferdezucht vielleicht
noch Andalusien; allein die spanische Pferdezucht ist seit längerer Zeit in sol- chen Verfall gerathen, daſs es schwer seyn dürfte, sie wieder auf die früher be— hauptete Stufe zu erheben— Das Gleiche gilt von den italienischen Pferden im Allgemeinen, und qen ehemals als Kutschen-Pferden gesuchten Neapolitanern.
Ungarn und polen liefern viele, besonders leichte und dauerhafte Reitpferde, letztere sind hauptsächlich an dem schmalen oft verkehrten Halse, dem abge- schliffenen Kreuze und häufigen Fehlern des Temperaments kenntlich.— Die Mol- dau und die Wallachei ziehen grölsere Pferde, welche sich zur Equipirung schwerer Reiterey eignen, und versorgten früher einen groſsen Theil Deutschlands in dieser Beziehung; dasselbe ist von Böhmen und Mähren in Binsicht auf die schwere Cavallerie Oestreichs zu sagen. Das Pinzgau besitzt einen Pferdeschlag der schwersten Art.— Die Pferde Siebenbürgens und der Ukraine sind ausgezeich- net für jede Art von Militärdienst.
Die Pferde des südlichen Rufslands nähern sich zum Theil den orientali- schen, wie diels besonders mit den zaporogischen Pferden der Fall ist; die Pferde der Kosaken vom Don und schwarzen Meere sind noch in Jedermanns Anden- ken. Im nördlichen Rufsland hat man durch Einführung grofser Pferde(z. B. Jütländer) angefangen, taugliche Kutschenpſerde hervorzubringen.
Die Pferde von Schweden und Norwegen sind klein, dauerhaft, aber sie be- sitzen so wenig Ausgezeichnetes, als die Pferde der Schweiz, welche meist aus den benachbarten Ländern kommen; indessen treibt die Schweiz einen nicht unbedeutenden Zwischenhandel mit Pferden nach Frankreich und Italien. In den, bis jetzt noch niche angeführten Staaten Deutschlands ist fast ohne Aus-— nahme, mit mehr oder weniger Erfolg die Veredlung der Pferdezucht betrieben worden; allein obgleich mehrere Gegenden, z. B. an der Elbe, an den Gränzen Meklenburgs, in Thüringen, an der Donau, auf der schwäbischen Alp u. s. w. vorzügliche Pferde für verschiedene Dienste hervorbringen, so fehlt denselben meist das Gemeinschafiliche in ihren Eigenschaften, welches den Schlag oder die Raçe bezeichnet. Diels rührt grölstentheils davon her, dals man, oft in kur- zer Zeit, sehr verschiedene Pferde zur Veredlung der Landeszucht eingeführt hat. So in neuerer Zeit, auſser vielen orientalischen Pferden, Normänner(in Baiern)
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