Teil eines Werkes 
[Hauptbd.] (1834) Vorlesungen für Pferde-Liebhaber. [Hauptbd.]
Entstehung
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russische Hengste(Luxemburg); dänische(in Sachsen), englische Pferde(Han- nover) u. s. w.

In Würtemberg fieng die Veredlung der Pferdezucht schon vor mehr als 4 Jahrhunderten an; Eberhard der Milde hatte ein Gestütte an der Tek*) Eberhard im Bart besaſs ein Gestütt auf dem Einsiedel(1460). Im Jahr 1575 lieſs Herzog Ludwig etliche 20 barbarische, neapolitanische, spanische und andere fremde Beschäler nach Marbach(Hauptgestütte) anschaffen; anno 1674 kamen 20 Stut- ten und etliche Hengste aus Ostfriesland dahin; 1685 brachte der Oberststall- meister von Kniestädt 7o Hengste aus dem Senner Gestütt, Thüringen, Holstein, Dänemark und andern Gegenden, später der Oberststallmeister von Zettwiz ei- nige neapolitanische Hengste. Unter Herzog Carl Alexander(1734) wurden viele ungarische Stutten in das Gestütte gethan, und 1767(unter Herzog Carl) wurde der Marstall um die Hälfte mit vortrefflichen Stutten und Hengstengrölstentheils fremder Nation(darunter Neapolitaner) vermehrt; auch auf der Solitude ein Na- tional-Engländer-Gestütt(von 24 Stutten) vorgelegt. Später, und bis auf die neueste Zeit, sind Meklenburger, Normänner, Engländer, viele orientalische Pferde, Siebenbürger und gemischte Pferde aus österreichischen, ungarischen, russischen und andern Gestütten eingeführt worden. Die meisten Pferde zieht Würtem- berg längs der Alp und der Donau, sowie in Oberschwaben; diese Pferde gelten allgemein für dauerhaft, sind von mittlerer Gröſse, zum Reiten wie zum leich- teren Fuhrwerk sehr geeignet, und zeigen sowohl in Form als innern Eigenschaf- ten deutlich das Gepräge ihrer veredelten Abkunft. Gröſsere, und früher aus- gebildete, aber für weniger dauerhaft gehaltene,(sog Gäupferde,) werden in den Oberämtern Tübingen, Herrenberg, Kirchheim und Nürtingen, Leonberg gezo- gen. Eine grolse Anzahl würtembergischer Pferde geht jährlich nach der Schweiz und Frankreich; dagegen werden Pferde für das schwere Fuhrwerk(meist aus

Bayern) eingeführt.

Eine Vergleichung der Anzahl von Pferden, welche verschiedene Länder besitzen, mülfste von grolsem Interesse seyn, allein sic kann gegenwärtig nur unvollständig gegeben werden, da in vielen Ländern eine Zählung nicht vorge- nommen oder nicht verölfentlicht wird. Was mir hievon bekannt geworden, habe ich mit Angabe des Jahrgangs und der Autorität auf nachfolgender Tabelle

zusammengestellt.

*) Bei dem Verkauf daselbst im Jahr 1415 wurde das beste Pferd um 8 Pfd. Heller,(fl. 3 36 kr.,) das schlechteste um 2 Pfd. Heller,(fl. 1. 26 kr.) verkauft.