Teil eines Werkes 
[Hauptbd.] (1834) Vorlesungen für Pferde-Liebhaber. [Hauptbd.]
Entstehung
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ren, sind Bastarde, sie stammen von der Vermischung von Thieren, die zu verschiedenen Raçen oder Schlägen gehören, oder gemischten Ursprungs sind; sie können vorzügliche Eigenschaften besitzen, hierin selbst ihre Erzeuger über- treffen, allein es fehlt ihnen die Constanz in dem Vererben derselben auf ihre Nachkommen.

Als Spielarten(Valietät, Naturspiel) sind solche Individuen anzusehen, welche Eigenthümlichkeiten besitzen, die weder ihre Eltern besaſsen, noch auf ihre Nachkommen sich vererben(z. B. angeborner Stumpfschwanz, oder kraus- haarige, nackte Pferde u. dgl.) Einen Schritt weiter und die Spielart wird zur Verirrung der bildenden Thätigkeit(Miſsgeburt).

Sehr häufig braucht man die Ausdrücke Raçe oder Schlag in ganz anderer Beziehung, als der Abstammung des Thiers. Wenn man sagt: ein Pferd habe Raçe, so will man nichts weiter andeuten, als dals es wünschenswerthe Eigen- schaften(besonders in den Formen) besitze; die BenennungWagen- oder Reitschlag bezcichnet ebenfalls die für diesen oder jenen Gebrauch taugliche Form, ohne Rücksicht auf die Herkunft des Thiers.

Auch die Ausdrückeedel und unedel oder gemein sind auf Individuen sowohl von reiner Raçe, als auf Bastarde anwendbar, obgleich es ganze Ragçen oder Schläge gibt, auf welche die eine oder andere Bezeichnung palst; so sind die orientalischen-Pferde und ihre nächsten Verwandten im Durchschnitt edel zu nennen; dagegen mehrere eben so stabile Pferde-Raçen(z. B. der Tartaren, Kosaken, und die Pferde des hohen Nordens) unedel oder gemein.

Wenn Pferde eine feine, kurzbehaarte Haut haben, ohne langen Behang an der Köthe, den Schienbeinen und den Kinnbacken, dazu feine und weiche Mähnen- und Schweifhaare, wenn die Nasenspitze, die Lippen und Geschlechtstheile fast nackt sind, die Muskel, Sehnen und Blutgefälse ausgezeichnet und deutlich zu schen, die Knochen aber dicht und ihre Fortsätze scharf markirt sind, dabei die Thiere sich langsam ausbilden, aber nachher länger ausdauern, so nennt man siee del.

Im Gegensatze sind Pferde mit groben, dicken, fleischigen Köpfen, innen stark behaarten Ohren, langen Haaren an den Kinnbacken, den Schienbeinen und dem Schlauche, grober Mähne und Schweif, dicker Haut, im Zellgewebe verhüllten Muskeln und Blutgefäſsen, schwammigen Knochen u. s. w.gemein; solche Thiere sind frühe ausgewachsen und bald ausgebraucht.

Es kann hier eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen PferdeRacen nicht verlangt werden, und um so eher kurze Bezeichnung einiger derselben ge- niügen, als nicht allein in mehreren Werken das hierüber Bekannte gesammelt ist, sondern auch in neuerer Zeit ausgezeichnete Künstler sich mit der Darstellung verschiedener Pferderacen und Schläge beschäftigt haben.(f. d. Literatur am Ende der Vorlesung). Nach der oben geschehenen Feststellung des Begriffs von Raçe reduziren sich die ausgezeichneten Pferderaçen auf wenige.

In keinem Lande sind, wie es scheint, die Bedingungen zu einer vorzüglichen