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dals hier ihr Vaterland sey; es soll unter den Kalmüken und Kirgisen nicht selten seyn, Eigenthümer von einigen tausend Pferden(nebst anderem Vieh, im Verhältniss) zu treffen.— Nach der Beschreibung, die Timkowski“) von den Gestütten des Kaisers von China(welche sich im Lande der Zacharen, an der groſsen Mauer, befinden) gibt, miissen dieselben eine ungeheure Ausdehnung haben. Eben solche Nachrichten hat schon Pater Herbillon von der dortigen Pferdezucht gegeben; der Bogdochan Kanssi besaſs(1696) 230 Stuttereien, und jede derselben enthielt 3500 Stutten und Hengstfüllen; ausserdem waren 52 Heerden Wallachen unter 3 Jahren vorhanden. Im 4ten Jahre kamen die besten Pferde in den kaiserlichen Marstall, die übrigen wurden zur Verfügung des Kriegs- bureau gelassen, welches damit die Truppen und Poststationen versieht. Auf denselben Ebenen weideten bei 40,000 Stück Rindvieh und 180,000 Schafe desselben Besitzers.
Die Pferde Mittelasiens sind nach den übereinstimmenden Berichten mehre- rer Reisenden klein, und eher hälslich als schön; der Kopf ist meist gebogen (Schafs- und Ramskopf), die Ganaschen zu stark, der Hals nicht selten ver- kehrt, die Brust schmal, das Kreuz abgeschliffen, die Hüften hervorstehend, die Füfse aber sind ziemlich hoch und leicht, und die Hufe gut geformt und fest. Zu Zugpferden haben sie nicht Kräfte genug und zuviel Wildheit, an Flüchtig- keit aber stehen sie keiner andern Raçe nach.
In neuerer Zeit ist häufig die Ansicht aufgestellt worden, daſs das urspring- liche Vaterland des Pferdes in Afrika zu suchen sey, und dals namentlich die arabischen Pferde aus Egypten hiniiber gebracht worden seyen. Man führt an,
daſs Griechenland seine Colonisten und Pferde aus Egypten bekommen habe,
dals die egyptischen Rosse vorziiglich gewesen seyn müssen, weil man so häu- fig Abbildungen davon auf den Tempeln finde, daſs die afrikanischen Pferde Jahrhunderte lang einen vorzüglichen Ausfuhrartikel des punischen Handels machten, daſs auf den punischen Münzen ein Pferdekopf(caput acris æ*ςu) abgedruckt sey, endlich auch, dalſs König Salomo aus Arabien blos Gold, Silber und Specereien bezog, seine Pferde aber aus Egypten kommen lieſs**). Auch trieb Mahomed nach einem Feldzuge in Arabien 24,000 Kameele und 40,000 Schafe(nebst 24,000 Unzen Silber) weg, aber keine Pferde. Dagegen findet sich im Buche Hiob(cap. 39) eine vorzügliche Beschreibung des Pferdes, woraus Andere schlieſsen, dals schon zu dieser Zeit Arabien Pferde von der höchsten Vollkommenheit besessen habe.
Das Vorkommen fossiler Pferdeknochen in Gesellschaft von Knochen von asiatischen Elephanten oder Mamuth, ferner mit Rhinoceros, Tiger und Hyänen***),
*.) Gg. T. Reise nach China, durch die Mongolei in den Jahren 1820— 21. Leipz. 1825.
*.*) Erstes Buch der Hönige, Cap. X. v. 28— 29. Und man brachte dem Salomo Pferde aus Aegypten, man gab für ein solehes 150 Seckel(circa 17 Louisd'or).
**e) Recherches sur les ossemens fossiles, par M. Cuvier. Tome IV. Paris 1810. 4.
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