Tab. I. Fig. Der Esel unterscheidet sic
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Um die zahlreichen Arten der Säugethiere in Gattungen und Ordnungen zweckmäſsig zu vertheilen, hat man vorziglich den Bau der Fuſs-Enden und der Zähne berücksichtigt, und es lälst sich in der That aus diesen vergleichungs- weise kleinen Theilen des Thiers seine Lebensart mit ziemlicher Gewissheit bestimmen, denn ein Thier z. B., dessen Fuls mit einem Hufe endigt (wie beim Pferd), dessen Schneidezähne Flächen statt Spitzen oder einem scharfen Rand haben, neben kleinen oder gar fehlenden Hauzähnen, ein solches* Thier kann— welche Grösse, Kraft u. s. W. es besitzen mag,— kein Raubthier seyn, während ein Thier mit freien Zehen und scharfen Klauen an den Füssen, 3 mit spitzigen und schneidenden Zähnen augenscheinlich von der Natur zum Raube oder zur Fleischnahrung angewiesen ist. 4
Die Ordnung der Einhufigen Thiere, in welcher die Pferdegattung allein steht, schliesst sich an die Zweihufer oder Wiederkäuer(worin Cameel, Lama, Giraffe, Hirsch, Rind, Schaaf u. s. w.) ferner an die Viel-(d. h. 3— 5) hufigen hiere an(worin Schwein, Tapir, Nilpferd, Elephant u. s. w.), Die na- turhistorischen Kennzeichen der Ordnung der Einhufer(und zugleich der Pferde- gattung) sind a) am Fuss-Ende: ein einfacher Hul, der das Fufs-Ende schuhähn- lich umgiebt. b) am Gebiss: 6 anschliessende Schneidezähne mit Reibflächen, jm Ober- wie im Unterkiefer, 2 kleine, abgesondert stehende Hackenzähne oben und unten,(den weiblichen Thieren meist fehiend), 6 Backzähne in jeder Colonne, mit breiter Krone und faltiger Kaufläche; c) sonstige Kennzeichen: behaarter Leib, am Schwanz und Nacken längere Haare; ein Euter mit 2 Zitzen in der Weichenge- gend, eine querlängliche Pupille des Auges.
Alle Thiere der Pferdegattung leben von Pflanzen, hauptsächlich von Gräi- sern, Getreidearten, Klee u. s. W.; ihr Magen ist einfach, klein, dagegen die dicken Gedärme sebr weit; die Länge des Darmkanals überttifft die Länge des Thiers(vom Maul bis zum After gemessen) 8— lomal; ihre Leber hat keine Gallenblase, ihre Lungen sind ungetheilt, das Hirn verhältnissmässig klein. Ihre Trächtigkeit dauert 11 Monate, sie werfen meist nur Ein Junges(Fohlen).
Die Pferdegattung enthält 6 Arten(pecies), nämlich: den Esel, den Halb-
esel, das Zebra, das Quagga, den Dauw und das Pferd. h von den übrigen Arten durch die kleine Statur,
Körpers mit einem dunkeln Rückenstreifen, Schulter durchkreuzt wird, die langen Oh-
ren, die kurze wollige Mähne, den mit einem Haarbüschel endigenden Schwanz, end- lich durch die ihm eigenthiimliche Stimme(Nahnen). Man trifft den wilden Esel, wel- cher zu den Römerzeiten in Arabien und Kleinasien sehr bekannt war, jetzt nicht mehr. dort, sondern blos in der grossen Tartarey; er lebt daselbst in Heerden, die sich im Sommer aus dem Süden bis gegen den Aralsee(doch nicht über den 48 Breitegrad) ziehen, im Winter aber wieder gegen Persien und Indien wenden. In der wüsten Strecke zwischen Cattuwar und Cuth trifft man nicht selten 60 — 70 Stück wilde Esel beisammen; die Eingebornen nennen sie Khur, und die niedere Volksklasse hält ihr Fleisch für ein gutes Essen. Die wilden Esel ha-
die graue oder blanulichte Farbe des der oft von einem ähnlichen auf der


