Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1818)
Entstehung
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Vor der Schaafſchur muͤßt Ihr Eure ganze Aufmerkſam⸗ keit auf das Waſchen der Wolle richten. Glaubt nicht, daß Ihr dadurch etwas gewinnt, wenn Ihr das Gewicht der Wolle durch den Schmutz vermehrt, der darin bleibt. Der Tuchmacher, der die Wolle kauft, kann ſie mit dieſem Schmuß nicht verarbeiten; er kann ihn alſo natuͤrlich nicht mit bezah⸗ len. Er giebt Euch allemal ſo viel weniger fuͤr den Stein, als nach ſeiner Schaͤtzung in der ganzen Wolle Unreinigkeiten ſind. Koͤnnt Ihr es ihm aber verdenken, wenn er das Ge wicht des Schmutzes in Gedanken immer hoͤher anſchlaͤgt, als es eigentlich betraͤgt? Er ſucht ſich vor Nachtheil zu ſichern, ſo gut er kann.

Bringt Ihr aber reinliche, gut gewaſchene Wolle zum Verkauf, ſo werdet Ihr bald redliche Abkaͤufer finden, die Euch gern den Werth Eurer beſſern Wolle nach Wuͤrden be zahlen, weil es auch fuͤr ſie beſſer iſt, reine Waare zu er halten.

Zuletzt noch ein paar Worte uͤber das Behuͤten der Rog⸗ genſaat durch Schaafe.

Wenn der Roggen zeitig genug geſaͤet wurde, und die Pflanzen ſich gehoͤrig beſtaudet haben, ſo iſt das Abfreſſen dieſes Herbſtwuchſes ganz unſchaͤdlich. Er wuͤrde den Winter uͤber doch verfaulen; wird er aber bei Froſtwetter von den Schaafen abgefreſſen, ſo kann man ſich dadurch eine betraͤcht⸗ liche Erſparung an Winterfutter machen.

Das muß man ſich aber zur Regel machen, nur ſo lange auf der Saat zu huͤten, als der Boden feſt genug gefroren iſt, um keine Spuren der ſpitzen Fuͤße der Schaafe zu erhal⸗ ten. Wenn der Sandboden durch lange anhaltenden trockenen Froſt ganz muͤrbe wird, oder bei Thauwetter, thut man doch

beſſer, die Schaafe von den Roggenfeldern abzuhalten, weil ſie dann

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