Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1818)
Entstehung
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Aber ſo gut wie eine immer gleich bleibende Nahrung dem Rindvieh und allen Thieren nothwendig iſt, wenn ſie ge ſund bleiben und reichen Ertrag geben ſollen, ſo verlangen die Schaafe den Sommer durch maͤßige Weide und im Winter reichliches Futter. Hungerzeiten ſind ihnen ſehr ſchaͤdlich. Je der Landmann, der Schaafe haͤlt, muß ſich alſo nicht damit begnuͤgen, daß der Hirte die Schaafe taͤglich austreibt. Er muß auch auf die Weide achten, ob ſie hinreichend zur Er haltung ſeiner Thiere iſt. Im Herbſt muß man mit dem Einfuttern nicht ſo lange warten, bis die Schaafe vor Mat tigkeit uͤber ihre eigene Fuͤße fallen, ſondern ſo wie die Wit terung ſchlecht und die Weide taͤglich knapper wird, muß die Winterfutterung angehen, ſo daß die Schaafe niemals herun⸗ ter kommen.

Eine aͤhnliche Futtereintheilung auf die ganze Winterzeit und auf den einzelnen Tag; ein regelmaͤßiges Einfuttern der ſelben nach Zeit und Stunde muß man bei der Schaaffuͤtte rung ebenfalls beobachten. Obgleich die Winterfutterung der Schaafe nie ſo lange dauert, als die des Rindviehes, ſo neh me man ſich doch in Acht, ſie zu kurz zu berechnen. Gerade em April kann oft das ſchlechteſte Wetter einfallen, wo die Schaafe ihr Futter wie um Weihnachten haben muͤſſen. Hat man nun darauf gerechnet, daß ſie um dieſe Zeit ſich ſchon voͤllig auf der Weide erhalten ſollen, ſo laͤßt man ſie vielleicht in zehn Tagen ſo herunter kommen, daß ſie ſich den ganzen Sommer durch kaum wieder erholen.

Die Weiden ſind im Herbſt, oft bis ſpaͤt um Weihnach ten, wenn nur die Felder nicht mit Schnee bedeckt ſind, im mer beſſer als im Fruͤhjahr. Denn noch hat der Froſt um dieſe Zeit ſelten alle Graͤſer zerſtoͤrt. Haben aber die Blach⸗ froͤſte im Winter alles weiß und kahl gemacht, ſo erholen ſich die Weidegraͤſer erſt bei recht warmer, fruchtbarer Witterung voͤllig. Daher iſt es unverſtaͤndig, im zeitigen Fruͤhjahre, ſo bald nur der Schnee weggeſchmolzen iſt, zu verlangen, daß die Schaafe ſich auf der Weide erhalten ſollen. Bevor nicht

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