Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1818)
Entstehung
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161 das Schaaf gewoͤhnlich faul frißt, wie man ſagt, ſondern die Schaafe holen ſich den Tod auf ſolchen Plaͤtzen, die im Fruͤh jahre und bei naſſer Witterung unter Waſſer ſtehen, wo es aber bei trockener Witterung ſchnell wegfaͤllt.

Durch dieſes ſchnelle Zuruͤcktreten des Waſſers wird das an ſolchen niedrigen Stellen gewachſene Gras mit Schlamm bedeckt, oder er bleibt daran haͤngen. Freſſen die Schaafe davon, ſo werden ihre Eingeweide verderben, und ſie werden uͤber kurz oder lang krank und ſterben dahin.

So lange dieſe Thiere auf hoͤhern Stellen, wo ſuͤßes, ge ſundes Gras waͤchſt, noch Rahrung genug finden, ruͤhren ſie dieſes verdorbene Futter nicht. Wenn aber alle Berge und Huͤgel bei trockener Witterung gleichſam wie verſengt daliegen; wenn die Schaafe deswegen ſchon lange Noth gelitten haben, ſo fallen ſie auch uͤber verdorbenes Gras her, und in ſofern iſt alſo doch der Hunger die erſte Veranlaſſung ihres Todes.

Aber wenn Ihr den Rath befolgt, welchen dies Buch enthaͤlt; wenn Ihr Euer Rindvieh im Stalle zu erhalten ſucht, und fuͤr daſſelbe Futter auf dem beſten Lande bauet, ſo behaltet Ihr das ſchlechtere, hoͤher und trocken liegende Land, lediglich zur Schaafweide. Dies behandelt wie ich an⸗ gegeben habe; beſaͤet es mit weißem Klee, und laßt es drei bis vier Jahre zur Huͤtung unangeruͤhrt liegen; vertheilt die Gemeinweiden, und macht es mit dem ſandigen Theil derſel ben wie mit ſolchem Ackerlande; den beſſern und feuchter lie⸗ genden Theil trocknet aus und bauet Futter und Getreide darauf, das ganz naſſe beſaͤet mit Ellern; ſorgt ferner mehr wie bisher fuͤr Ableitung des Waſſers, ſo werdet Ihr ſo viel reichliche geſunde Schaafweide erhalten, daß die Schaafe das verdorbene Gras nicht beruͤhren werden.

Auf ſolchen mit Fleiß angelegten Weiden braucht Ihr die Schaafe kaum vor dem Thau in Acht zu nehmen. Wenn Ihr ſie nicht mit Schaafen uͤberſetzt, ſo daß wieder Hunger unter ihnen einreißt, ſo koͤnnen ſie hier Tag und Nacht blei ben. Ihr werdet dann wenig oder keine Krankheiten unter ihnen erleben.

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