Teil eines Werkes 
Erster Theil (1818)
Entstehung
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XXVI

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hatte nichts weiter zu fuͤrchten, als daß ſie es uͤber kurz oder lang mit ihm wieder ſo machen wuͤrden.

Traten mehrere zuſammen, die das einſahen, daß es ein elendes Leben ſey, wenn man nie wiſſe, ob man das morgen noch haben werde, was man heute erworben habe, ſo unter⸗ warfen ſie ſich freiwillig einer gewiſſen Ordnung, und damit ſie ſich beſſer gegen andere vertheidigen konnten, zogen ſie es vor, in großer Anzahl zuſammen zu ziehen, wo denn einer fuͤr alle und alle fuͤr einen zu ſtehen verſprachen.

Dies ging nun freilich fuͤr die Handwerker und ſolche Leute leicht an, die von ihrer Haͤnde Arbeit lebten, aber fuͤr diejenigen, welche den Acker bebaueten, ſchickte ſich das Zuſam⸗ menziehen vieler an Einen Ort nicht.

Ihr Acker war die Quelle ihres Unterhalts, den ſie nichk verlaſſen konnten. Daher war das platte Land immer noch der groͤßten Unſicherheit ausgeſetzt, als in den Staͤdten ſchon Ordnung und Sicherheit herrſchten.

An die Einrichtung einer geſetzmaͤßigen Obrigkeit war noch nicht zu denken. Die Laͤnder hatten zwar Oberherren; dieſe hatten aber groͤßtentheils mit auswaͤrtigen Kriegen ſo viel zu thun, daß ſie an die innere Verfaſſung wenig denken konnten. Auch hatren ſie viel zu wenig Macht, allen Gewalt⸗ thaͤtigkeiten Einhalt zu thun.

Es gab ſehr viele ruͤſtige Leute, die ſchlechterdings nicht Luſt hatten, ſich ihre Beduͤrfniſſe zu erbauen, oder ſie durch ihrer Haͤnde Arbeit zu verdienen. Sie thaten vielmehr ihr gan⸗ zes Lebenlang nichts, als rauben, wo ſie etwas erlangen konn

ten. Zu ihnen geſellten ſich immer ſo viele mit gleichem Sin⸗

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