Druckschrift 
Anweisung zum Anbau und zur Benutzung des Mais oder türkischen Weizens : besonders im nördlichen Deutschlande und in den preuß. Staaten nach eigenen Erfahrungen / vom Hofprediger Schregel zu Schwedt . Mit einigen Anmerkungen und einer Vorrede versehen von Albr. Thaer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

( 12) mich zwang, ſie unreif abzunehmen und geſchnit⸗ ten zur Viehfuͤtterung anzuwenden. Der Mais wuͤrde aber gewiß ſchon im September zur Reife gekommen ſeyn, haͤtte er nicht ſeinen Standort am Fuße eines Berges gehabt, wo ihn die Sonne in den laͤngſten Tagen nur dis 3 Uhr Nachmittags beſcheinen konnte*). In den uͤbrigen Jahren fingen nach Beſchaffenheit der Witterung und nach dem Grade der Waͤrme, im Sommer die Kolden ſchon im Anfange oder in der Mitte des Septem⸗ bers an zu reifen; ja im letztverwichenen Sommer fanden ſich ſchon am 24ſten Auguſt voͤllig reife Kol⸗ ben auf dem Maisfelde. Wird daher der Mais nur mit dem Ende des April oder in den erſten Ta⸗ gen des Mai ausgelegt, und ſteht er nur auf kei⸗ nem kaltgruͤndigen, ſumpfigen oder naſſen Boden,

*) In dieſem kalten Jahre kam doch auch in einem warm gelegenen Garten der Mats bei mir nicht zur Reife, und ich verlor folglich meine ſaͤmmtliche Saat, die ich mit hierher gebracht hatte. Dies iſt wirklich die einzige Ur⸗ ſach, warum ich den Maisbau, den ich vormals ſchon im Großen detrieben hatte, in Moͤgelin nicht eher, als im Jahr 1808 wieder a fangen konnte, indem ich mir die Saat nur aus wenigen Koͤrnern zuziehen mußte. Jener Fall trat auch faſt an allen Orten, die mir bekannt ſind, ein.

D. 6,