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wäſſerung in üppige Wieſen verwandelt. Doch könnte mein Zeuge, ein königlicher Domänenpächter, den Baron Senfft⸗ Pilſach gemeint haben, deſſen Wirkſamkeit in Preußen ſehr be— kannt iſt. Ferner hörte ich in Lucern von Herrn Grafen Viz⸗ thum: daß im ſächſiſchen Erzgebürge dieſe Art der Wieſenver⸗ beſſerung große Fortſchritte mache. Daß auch im benachbarten Böhmen ſie Aufmerkſamkeit erregt habe, ſchließe ich aus dem Verlagsorte des neuerſchienenen Werkes des Dr. M. von Len⸗ gerke, Anleitung zum practiſchen Wieſenbau, Prag, 1836.
Unter den ſpeciellen Benachrichtigungen, welche verſchie— dene Gönner im Verlaufe dieſer Arbeit mir haben zufließen laſſen, iſt unſtreitig die nachſtehende des Freyherrn Senfft— Pilſach auf Gramenz in Pommern die erheblichſte. Ich hoffe, nicht gegen Pflicht, noch Anſtand zu verſtoßen, indem ich ſolche faſt in den Worten des hochverehrten Berichtgebers hier auf— nehme.
»Als ich, ſagt derſelbe, im Jahre 1822 Landwirth wurde, und namentlich das Gut Rothenow bey Greiffenberg in Pom— mern kaufte, ſtieg mir bald der Gedanke auf, dem in unſeren Gegenden beſonders nachtheiligen Mangel an Futter auf dem Wege der Bewäſſerung abzuhelfen. Ich blickte dabey zunächſt auf die Reſultate, welche in cultivirteren Gegenden zum Theil ſchon ſeit vielen Jahrhunderten durch Ueberrieſelung erzielt worden waren, und wenn gleich mir von Seiten erfahrener Landwirthe entgegnet wurde, daß bey uns Waſſer, Boden und Clima, die Bewäſſerungen erfolglos mache, ſo entnahm ich doch aus der Befruchtung, welche faſt jeder Fluß, oder Bach, im Bereich der Ausdehnung ſeiner Ueberſchwemmungen, durch dieſe gewährte, den Beweis, daß jene Beſorgniſſe ungegründet ſeyen. Indeß vergingen einige Jahre, bis ich, im Wege eines mit einer Reihe von Nachbarn zuvor abzuſchließenden gütlichen


