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oder ſetzt ihnen die Zeit und Art feſt, in welcher ſie das Waſſer benutzen und anwenden duürfen. Vielleicht entſpringt ſeine Autorität aus den Bedürfniſſen der Waſſerwerke im ſchwetzinger Schloßgarten.
Am linken Rheinufer ſind die Bewäſſerungen von älterer Abkunft und in lombardiſcher Weiſe viel ausgedehnter, reichen ſie bis in das limburgiſche, wo der berühmte Käſe dieſes Kamens auf einer höchſt ausgebildeten Bewäſſerungscultur durchaus beruht, und bis in Belgien, wo dieſem Gegenſtande ſchon in früher Zeit viel Beachtung iſt zugewendet worden. Am rechten indeß nehmen die Wieſenbewäſſerungen von Heidel— berg nordwärts zwar nicht durchaus ein Ende, gehen jedoch mehr und mehr zur ſchlichten Flächenüberſchwemmung über. »Von den unzähligen Bächen und Rinnſalen, ſchrieb mir der treffliche Oberbaudirector Georg Moller zu Darmſtadt, welche von unſeren Höhen dem Rheine zugehn, ſollte nicht ein Tropfen dieſen Strom erreichen; und könnten in unſerem Lande Millio— nen durch eine planmäßige Benutzung dieſer kleinen Gewäſſer erworben werden.« Allein eben das darmſtädtiſche, deſſen ausgedehnte Sandbezirke allein durch Berieſelung von äußer— ſter Unfruchtbarkeit zu dem höchſt möglichen Ertrage geſteigert werden könnten, ſcheint bisher weniger, als die nächſt an— grenzenden Länder auf dieſen Gewinn Bedacht zu nehmen.
In Frankfurt am Mayn ward, obwohl nur im Fluge, die entſtehende Kunſtſammlung des Städelſchen Inſtituts be— ſehn. Die Gypſe ſind ausgewählt und wohl aufgeſtellt, in der Gallerie ſehr brave holländiſche Bilder; unter den italie— niſchen aber war ein Moretto von mittler Güte mir eine will— kommene Begegnung. Unter den neueren Werken nimmt das ausgedehnte, trefflich gedachte und wohl ausgeführte Mauer— gemälde die erſte Stelle ein, welches die Städelſche Stiftung Herrn Philipp Veit, dem gegenwärtigen Director der Anſtalt,


