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Reise durch die östlichen Bundesstaaten in die Lombardey und zurück über die Schweiz und den oberen Rhein, in besonderer Beziehung auf Völkerkunde, Landbau und Staatswirthschaft / von C. F. von Rumohr
Entstehung
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Indeß war ich ausgegangen von dem niedrigen Cultur⸗ ſtande der märkiſchen Niederungen, einem Bodenverhältniß, dem überall nur durch Vereinbarungen unter allen Betheilig ten, durch gemeinſchaftliche Beſchlüſſe und Anſtrengungen bey zukommen iſt. Um ſo weniger darf ich unerwähnt laſſen, daß hingegen die jenen benachbarten trockenen, hoch belegenen Län dereyen eine fortgehende Zunahme des Ackerbau's darlegen und von Jahr zu Jahr ein blühenderes Anſehn gewinnen.

Es lag nahe, den Urſachen dieſes Aufſtrebens und theil weiſen Gedeihens weiter nachzugehn. In den Preiſen der Er zeugniſſe können ſie nicht wohl geſucht werden; denn ſeit etwa zwanzig Jahren ſtanden dieſe bisweilen ſo niedrig, daß ſie den Aufwand der Erzeugung nicht mehr deckten, und erhoben ſie ſich höchſt ſelten über die Linie der Ausgleichung. Allein auch im Ackerbau, dieſer ſicherſten Grundlage der allgemeinen Wohl fahrt, kann das Beſtreben, dem Geſammten förderlich zu ſeyn, den augenblicklichen, nächſten Vortheil des Einzelnen in den Hintergrund zurückdrängen. Ich dächte, es ſey nicht ohne Beyſpiel, daß Landwirthe ihr Haus zu Grunde richten, indem ſie die Kunſt der Ackerbeſtellung in ihrem Vaterlande zu fördern ſuchen. Irgend etwas von dieſer Art patriotiſcher Schwär⸗ merey mag denn wohl auch ganzer Landſtriche ſich bemächtigen können. Unter allen Umſtänden iſt Steigerung der Cultur kein ſicherer Maßſtab für den Wohlſtand der einzelnen Land⸗ wirthe; woher das Paradoxon engliſcher Theoretiker entſtan den ſeyn wird:»daß derjenige Ueberſchuß, den Neuere das produit net zu nennen pflegen, nach Maßgabe der Vermeh⸗ rung und Vervollkommnung des rohen Products, alſo der Stei⸗ gerung in der Cultur als einer Kunſt, ſich fortgehend verrin⸗ gern werde.« Allerdings ſind die Vortheile, welche die Meh rung und Beſſerung der Bodenerzeugniſſe immer doch gewähren muß, ſehr oft nur für das Geſammte reine Vortheile. Allein