Druckschrift 
Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

= 78

daß einige Hrn. St. Th. deshalb getadelt haben ſollen, daß er die urſpruͤngliche ſiebenſchlaͤgige Fruchtwechſel⸗ wirthſchaft abgeaͤndert habe und ſie nicht experimentaliſch fortfetze.

Wozu experimentaliſch treiben, was hoͤchſt vortheil⸗ haft iſt? Aber wozu in einer Rotation Abaͤnderungen machen, welche in ſich beſtehen kann, und welche ſo ſehr guͤnſtige Reſultate gewaͤhrt hat?

Wie kann die Einſchraͤnkung einer Stallfutterungs⸗

Wirthſchaft und dagegen Vergroͤßerung der Weidewirth⸗

ſchaft einen Unterſchted im Ertrage von 5 bis 6000 Schffl. veranlaſſen? und obenein in einer Wirthſchaft, deren Hauptſchlaͤge nach einem achtjaͤhrigen Durchſchnitt nur einen Ertrag von 2325 Thlr. gegeben haben? Dieſe Widerſpruͤche weiß ich mir nicht anders zu erklaͤren, als daß hier ein Druckfehler obwaltet.

Nach dem Vorſtehenden kann mir durchaus nicht einleuchten, warum es rathſam war, die bisherige Frucht folge in Moeglin abzuaͤndern.

Denn iſt nur der Umſtand richtig, daß die erſte Ro⸗ tation ſo viel Duͤngungs⸗Material traͤgt, um damit zu beduͤngen, ſo iſt ſie der Ausdehnung einer Schafedas Wirthſchaft, zumal in Verbindung mit einer Weide⸗ wirthſchaft, wie ſie in Moeglin laͤngſt beſtand, keines⸗ weges entgegen. Man hat vielmehr durch die beiden Kleeſchlaͤge auch in Anſehung der Weide die ſchoͤnſte Ge⸗ legenheit, der Schaͤferei ſelbſt im Sommer zu Huͤlfe zu kommen. Es iſt gar nicht noͤthig, daß jede Rotation den Miſt erhalte, der von ihren eigenen Produkten ge⸗ wonnen wird. Wenn der Miſt nur wirklich vorhanden iſt, um die Felder planmaͤßig auszuduͤngen. Die Be rechnung, woher das Material dazu gekommen iſt, laͤßt ſich aus den Ernte⸗ und Dreeſch⸗ Regiſtern leicht machen.