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Allein von demjenigen, der eine Schrift, beſtimmt tau⸗ ſend Mal vervielfaͤltigt zu werden, abfaßt, muß man doch erwarten, er werde vorher die Thatſachen genau ausgemittelt haben, die er erzäih t.
Ich ſpreche mich nicht ohne Grund oͤffentlich dar⸗ uͤber aus, daß ich dem heilloſen Luͤgen mit Druckſchrift feind bin und daß ich nichts fuͤr nachtheiliger fuͤr die Wirkſamkeit der landwirthſchaftlichen Schriftſtellerei halte, als wenn falſche und entſtellte Data wiſſentlich verbreitet werden. Der wißbegierige, aber unerfahrne Landwirth, muß dem glauben, was er gedruckt ſieht und laͤßt ſich zu dieſer oder jener Handlung verleiten. Entdeckt er bei mehrerer Erfahrung, daß er hintergangen worden ſey: wer will er ihm verdenken, wenn er nachmals miß⸗ traniſch gegen alle Buͤcher⸗Angaben wird?
Ich bin mir bewußt, daß ich bei Abfaſſung meiner oben genannten Schrift den Grundſatz: nur Wahrheit zu erforſchen und mitzntheilen, unablaͤſſig vor Augen ge⸗ habt habe. Die Thatſachen, die ich anfuͤhre, ſind ganz der von mir erkannten Wahrheit gemaͤß; die von mir ausgeſprochenen Anſichten ſind meine dermalige Ueber⸗ zeugung. Ich beſcheide mich, daß ſie keine Glaubensar⸗ tikel ſind und daß ich ſelbſt nicht weiß, ob ich nach 10 Jahren nicht in dem einen oder andern Stuͤcke meine Meinung aͤndern werde.
Ich haͤtte dieſe Reviſion der Ackerbau⸗ Syſteme fuͤr viele Leſer anziehender machen koͤnnen, wenn ich im dritten Abſchnitte mehrere Beiſpiele aus meiner Erfah⸗ rung von ausgefuͤhrten Wirthſchafts⸗Syſtemen mit ihren mannichfaltigen Erfolgen angefuͤhrt haͤtte. Es iſt dies aber eine kitzliche Sache.
Nimmt man irgend eine beſtimmte Wirthſchaft und beurtheilt ſie oͤffentlich in Anſehung ihrer Verhaͤltniſſe,
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