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Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
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c) Eben ſo beruͤckſichtigte man bei ſolchen Vergleichun⸗ gen den Werth der Weide auf der Brache und auf der Getreideſtoppel nicht genug. Fuͤr Schaͤfereien hat aber die Weide auf geduͤngten Brachfeldern ei⸗ nen hohen Werth.

d) Man beruͤckſichtigte bei den empfohlenen Verbeſſe⸗ rungen die Eigenſchaften des trockenen, armen und loſen Bodens in Anſehung des Futterbaues nicht genug und ging deshalb von der Anſicht aus, daß auch dieſer wie der gute Boden, durch Anbau von Maͤhefutter verbeſſert werden muͤſſe.

Ein Landwirth, mit dem ich kuͤrzlich eine Debatte daruͤber hatte, daß der magere, lehmigſandige Boden ei⸗ nen geringen Kleeertrag gebe; welches er beſtritt, endigte endlich unſern Streit mit den Worten: Moͤge mich Gott dafuͤr behuͤten, daß ich keinen Boden zu bebauen bekomme, auf welchem der Klee ſo ſchlecht geraͤth!

Da aber Gott ſo gnaͤdig nicht gegen alle Landwir the gedacht hat, ſo fuͤhlte ich mich berufen, den ſtehen⸗ den falſchen Anſichten entgegen zu arbeiten und meine Ueberzeugung dieſerhalb oͤffentlich auszuſprechen. Dies iſt in der Schrift geſchehen: Reviſion der Ackerbau⸗ Syſteme. Berlin, in der Realſchulbuchhandlung 1818.

Ich hoffte durch dieſelbe dem ausuͤbenden, der we niger beleſenen Landwirthe, die weſentlichſten Umſtaͤnde kurz vor Augen zu legen, welche bei der Wahl des einen oder andern Wirthſchafts⸗Syſtems zu beachten ſind. im keine Mißverſtaͤndniſſe zu veranlaſſen, ging ich im zweiten Abſchnitte die bekannteſten Kulturpflanzen durch und gab viele den Praktikern bekannte Erfahrungen an, welche zur Zeit, uͤber das Gerathen jeder Frucht, in Bezug auf Boden, Duͤngungszuſtand deſſelben, Vorfrucht und Vorbereitung des Ackers gemacht ſind.

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