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Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
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7 Forſchen nach der Wahrheit, welches aus dieſen veraͤn⸗ derten Anſichten hervorgeht, ſubjectiv betrachtet, iſt; ſo iſt doch auf der andern Seite nicht zu leugnen, daß es dem weniger erfahrnen und beleſenen Landwirthe ſchwer wird, aus jenen fruͤheren und den jetzigen ſpaͤteren Aeu⸗ ßerungen ein richtiges Reſultat zu ziehen.

Schreiber dieſes glaubte ſowohl aus den Abhand⸗ lungen, die in den Zeitſchriften unſeres Faches erſchie⸗ uen, als aus den ihm muͤndlich zugekommenen Aeuße⸗ rungen ſchließen zu muͤſſen, daß uͤber den Werth oder Unwerth der verſchiedenen Wirthſchaftsarten, theils ir⸗ rige, theils widerſprechende Meinungen zirkuliren, die einem eintraͤglichen Wirthſchafts⸗Betriebe hinderlich ſind.

Vorzuͤglich ſchienen ihm außer den uͤberſpannten Erwartungen vom Futterbau uͤber folgende Angelegenhei⸗ ten irrige Anſichten verbreitet zu ſeyn:

a) Man ſahe die korntragenden Saaten faſt aus⸗ ſchließlich als miſtzehrend an. Die uͤbrigen Fruͤchte ſollten zum Theil den Acker bereichern, zum Theil ihn aber nur wenig erſchoͤpfen.

Zu dieſer Annahme hielt man ſich ſowohl durch die Theorie der Chemiker und Naturforſcher berechtigt, die

alle kohlenſtoffhaltige Subſtanzen als hauptſaͤchlichſte Ver⸗ zehrer des Humus anſehen, als auch durch das Verbeſſe⸗ rungslob, welches die Englaͤnder den Futtergewaͤchſen beilegen. Was das letztere anlangt, ſo legte man in der Regel nicht Gewicht genug auf den Umſtand, daß die Englaͤnder ihre meiſten Futtergewaͤchſe auf dem Lande, das ſie trug, verfuͤttern. Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt ein Futtergewaͤchs allerdings hoͤchſt verbeſſernd. b) Dem Getreideſtroh ſprach man allen Futterwerth ab, oder ließ ihn bei Wirthſchaftsvergleichungen wenigſtens unbeachtet.

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