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Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
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natuͤrlich guͤnſtiges Miſchungsverhaͤltniß der Ackerkrume und durch ein mehr feuchtes als trockenes Klima zur Hervorbringung uͤppiger Futterpflanzen geeignet ſind.

Zu jeder Wirkung in der Sinnenwelt iſt eine Ur⸗ ſache erforderlich. Wer von dem Futterbau, Vermeh⸗ rung des Duͤngers erwartet, muß vorerſt eines reichen Futterertrags gewiß ſeyn. Wo dieſer alſo ungewiß und im Durchſchnitt der Jahre geringe iſt; da folgt von ſelbſt, daß die Fortſchritte in der Duͤnger⸗Produktion nur unbedeutend ſeyn koͤnnen.

Den wichtigen Umſtand, auf welchem Boden und unter welchen Bedingungen die Futtergewaͤchſe nur einen reichen Ertrag geben koͤnnen, hatten die Lehrer des Stallfutterungs⸗ und Fruchtwechſelwirthſchaft⸗Syſtems nicht gehoͤrig erwogen. Wurden ſie ſpaͤterhin auch ge wahr, daß ſie ihre Angaben von den Futterertraͤgen er maͤßigen muͤßten, ſo unterließen ſie doch, dies unum⸗ wunden zn geſtehen.

Vergleicht man z. B. die Hoffnungen, welche Hr.

St. Th. 1805 von ſeiner neu einzurichtenden Frucht⸗ wechſelwirthſchaft zu Moeglin hatte(in den Annalen des Ackerbaues erſten B.) mit dem Erfolge, den dieſe Wirthſchaft 10 Jahre ſpaͤter gewaͤhrte;(Geſchichte mei ner Wirthſchaft zu Moeglin von Albrecht Thaer, Berl. 1815) ſo ergiebt ſich, daß dieſe Hoffnungen zum groͤßten Theile unerfuͤllt geblieben ſind. Wenn man die Grund ſaͤtze des Hrn. St. Th. uͤber den Einfluß des Frucht⸗ wechſels, die er in den fruͤhern Schriften aufgeſtellt, mit denen vergleicht, welche er in den Moeglinſchen Annalen der Landwirthſchaft im 1. B.(Theorie uͤber das Ver haͤltniß der Ernten zu der Fruchtbarkeit des Bodens)

ausſpricht, ſo ſieht man klar, daß derſelbe ſeine Anſich⸗

ten ſehr geaͤndert habe. So ehrenvoll dies unablaͤſſige