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Dieſes Volk laͤßt uns allerdings viel zu erreichen uͤbrig, aber wir muͤſſen zunaͤchſt auf die beſtehenden Umſtaͤnde unſer Augenmerk richten, in welchen wir uns befinden. Dann wird ſich ergeben, daß wir uns in den meiſten Verhaͤltniſſen anderer Mittel bedienen muͤſſen, um einen hoͤhern Kulturzuſtand unſerer Felder zu erſchwingen, als diejenigen ſind, welche eine bereits ſtatt findende hohe Kultur aufrecht erhalten.
Und eben ſo wenig wie die vollkommenſte Conſtitu— tion der Theorie nach, ein Volk, an ganz andere Beduͤrf⸗ niſſe gewoͤhnt, durch andere Geſetze und Einrichtungen gebildet, als die, welche der Verfertiger dieſer Conſtitu⸗ tion im Sinne gehabt, begluͤcken kann, eben ſo wenig kann ein Ackerbau-Syſtem, wenn es dem Klima den Be⸗ duͤrfniſſen, Preiſen der Dinge unter einander u. ſ. w. nicht angemeſſen iſt, den hoͤchſt möglichen Ertrag zu wege Feihen
Die Wechſelwir rthſe chafr im weitern Sinne, bei der. alle dem Pfluge zugaͤngliche Grundſtuͤcke, die nicht als gute Wieſen zu benutzen ſind, abwechſelnd zur Ernaͤh⸗ rung des Viehes— ſey es als Weideland oder als Fut⸗ terfeld— und wieder zur Erzeugung von Koͤrnern und
Stroh benutzt werden, wird allerdings in den meiſten Verhaͤltniſſen den hoͤchſten Ertrag nachhaltig gewaͤhren.
Die Fruchtwechſelwi rthſchaft im engern Sinne — oder diejenige Wirthſchaftsart, bei der ein laͤngeres zur Weide liegen des Ackers nicht ſtatt finden, ſondern wo derſelbe ununterbrochen Kornfruͤchte und abzufuͤhren⸗ des Viehfutter im Wechſel tragen ſoll, wird ohne Duͤn⸗ gerzufluͤſſe von außen nur auf ſolchen Grundſtuͤcken vor⸗ theilhaft durchgefuͤhrt werden koͤnnen, auf welchen die Futtergewaͤchſe eben ſo ſicher als die Kornarten gedeihen; die mithin durch vorherige gute Duͤngung, durch ein
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