Druckschrift 
Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
Einzelbild herunterladen

e‧ 8 8

2 4

ſey, den in Rede ſtehenden Zweck zu erreichen, bezwet⸗ felt keiner. Allein: wie iſt die genuͤgende Futtermenge zu erzielen, ohne dem Getreidebau Eintrag zu thun?

Dies iſt die wichtige Frage, welche der eine ſo, der andere anders beantwortet.

Schubart von Kleefeld, Mayer und ihre Zeitgenoſ⸗ ſen glaubten das Mittel entdeckt zu haben, wodurch dem Duͤngermangel beim Ackerbau mit einem Male abgehol⸗ fen ſey. Sommerſtallfutterung, Kleebau in der Brache und deren Abſchaffung ſind die Thema's, welche man in den landwirthſchaftlichen Schriften von 1780 bis 1800 hauptſaͤchlich abgehandelt findet.

Die erſten landwirthſchaftlichen Schriften, welche mir in die Haͤnde fielen, waren aus jener Periode. Ich mahlte mir meine Zukunft als Juͤngling niemals anders aus, als daß ich auf den Guͤtern, die mir zur Verwal⸗ tung anvertraut wuͤrden, große Kleebreiten ſchaffen und das Vieh dadurch recht reichlich ernähren wollte. Dieſe Hoffnung konnte mir um ſo weniger ungereimt vorkom⸗ men, weil ich von meiner Kindheit an in meiner Ge⸗ burtsgegend den ſchoͤnſten Klee alljaͤhrlich geſehen hatte. Freilich war mir damals der wichtige Umſtand entgan⸗ gen, daß man dort den Kleebau nur auf wenigen und den vorzuͤglichſten Ackerſtuͤcken trieb.

Meine lebhaften Wuͤnſche nach einer Gelegenheit, wo ich meine Verbeſſerungs⸗Plaͤne ausfuͤhren koͤnne, wurden befriedigt. Ich wurde ſehr jung der Verwalter eines Gutes, auf welchem der Kleebau ſchon 30 Jahre lang getrieben worden war. Hier kuͤhlte ſich mein Ver⸗ beſſerungseifer fuͤr Vermehrung des Kleebaues bald in etwas ab, weil ich nun einſehen lernte, daß zu einem eintraͤglichen Kleebau mehr gehoͤre, als die Ausſaat zu beſorgen. Ich machte fruͤh die Erfahrung, daß der Klee,

4

2