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Nachtrag zu seiner Schrift: Revision der Ackerbau-Systeme ; veranlaßt durch eine Beurtheilung des ... [Albrecht] Thaer in dem 1. Stück des Bd. 3 der Möglinschen Annalen / von J. G. Koppe
Entstehung
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Seit undenklichen Zeiten wurde von den Ackerbauern

die große Wahrheit eingeſehen, daß ein eintraͤglicher Feld⸗

bau nicht beſtehen koͤnne, wenn dem Acker nicht von Zeit zu Zeit eine kraͤftige Duͤngung gegeben werde.

Hat es einzelne Menſchen gegeben, wie den Englaͤn der Jethro Tull, welche behaupteten, daß durch kraͤftige Bearbeitung oder durch Wechſeln der Erdſchichten(Ra⸗ jolen) dem Ackerboden ohne Duͤngung immerwaͤhrend ein

genuͤgender Ertrag abzunehmen ſey, ſo hat doch noch keiner durch ſein Beiſpiel obige große Wahrheit entkraͤf⸗ tet. Auf aͤhnliche Behauptungen konnte man auch nur in ſolchen Zeiten verfallen, wo man uͤber das Weſen der⸗ jenigen Theile, die ſich die Pflanzen aus dem Erdboden aneignen, ſehr unvollkommene Begriffe hatte. Seit die Naturwiſſenſchaften mehreres Licht uͤber die inneren Werk⸗ ſtaͤtten der Natur verbreitet haben, moͤchte eine erneuerte Behauptung aͤhnlicher Art wohl ſchwerlich Eingang finden.

Allein uͤber die Art und Weiſe, ſich die genuͤgende Menge Duͤngung ſo ſchnell und ſo wohlfeil als moͤglich zu ſchaffen, ſind die Meinungen ſtets ſehr getheilt gewe

ſen. Daß Futterbau und die daher vermehrte und ver⸗ beſſerte Viehhaltung das ſicherſte und untruͤglichſte Mittel