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Recht eigentlich paßt aber der Schaafmiſt fuͤr die naſ⸗ ſen, ſauern Gruͤnde, die in Sandgegenden in der Naͤhe der Bruͤche oder Seen und Pfuͤhle liegen. Dieſe Que— ckenbeete im eigentlichen Sinne, koͤnnen durch keine an⸗ dere Duͤngung zu einem ſolchen Ertrage gebracht werden, als durch Schaafmiſt. Nach ihm tragen ſie die ſchoͤnſten Wurzelgewaͤchſe, Kohl, Flachs, Klee, Erbſen und Wicken.
Haͤtte jemand aber ſolche verqueckte Gruͤnde nicht, ſo wird der Schaafmiſt zum Vortheil des ganzen Miſthau⸗ fens am beſten mit den andern Miſtarten vermengt, und auf Haufen gepackt, wie an ſeinem Orte gelehrt worden iſt.
Obgleich auch bei der Schaafhaltung die Regel:
halte lieber zu wenig wie zu viel Vieh! nicht uͤberſehen werden darf, ſo bin ich der feſten Ueber⸗ zeugung, daß Ihr mehr Schaafe auf Euren Laͤndereien erhalten koͤnnt, als bisher, wenn Ihr die Schaafweiden nach meinem Vorſchlage behandelt und ſie anſaͤet. Im erſten Anfange koͤnnt Ihr freilich nicht erwarten, daß gleich die guten Weiden da ſeyn ſollen, die ich Euch hier verſprochen habe. Euer Sandland iſt jetzt durch das ewige Ruͤhren vtel zu loſe geworden; es enthaͤlt viel zu wenig Graswurzeln, als daß ſogleich das laͤngere Liegen viel hel— fen kann. Aber nach ſechs oder acht Jahren ſollt Ihr wohl die Folgen ſpuͤren. Es wird ſich immer mehr Gras auf dieſen Laͤndereten einfinden; davon werden die Schaafe immer beſſer leben koͤnnen; ſie werden natuͤrlich immer mehr pferchen, und ſo wird der Graswuchs ſich jaͤhrlich
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