Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
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uͤber deren Grund oder Ungrund er kaum nachzudenken wagt. Ein genaues Aufmerken auf ſeine eigene Natur,

Nauf ſeine Thiere, ihr Wohlſein und ihre Leiden, ſo wie

auf alles, was um ihn vorgeht, wuͤrde ihn oft von ſelbſt

darauf hinleitten, einzuſehen, daß er in vielen Stuͤcken thoͤricht handelt.

Nachdem was ich Euch bisher uͤber die Schaafzucht geſagt habe, muß Euch einleuchten, daß ſie weder ſo miß⸗ lich, noch ſo kuͤnſtlich iſt, als mancher von Euch vielleicht geglaubt hat. Beherziget wohl, was ich Euch uͤber die Ernaͤhrung der Schaafe mit Wurzelgewaͤchſen geſagt habe.

Der Umſtand, daß Schaafe ohne Heu bel Stroh und Kartoffeln nutzbar durchgewintert werden koͤnnen, iſt fuͤr die Sandgegenden ſehr wichtig. An der Sommer⸗ weide fuͤr Schaafe fehlt es hter nicht, wohl aber oͤfter an Heu, um die Schaafe auch im Winter zu erhalten. Kar⸗ toffeln wachſen auf ſolchem Boden aber doch, und ſonach koͤnnen ſie zum Winterfutter angebauet werden. Nicht weniger gedeihen Moͤhren und weiße Ruͤben auf Sand⸗ boden. Mit dieſen und Buchweitzenſtroh will ich die Schaafe recht gut fuͤttern.

Der Miſt der Schaafe uͤbertrift allen andern. Alle Fruͤchte wachſen uͤppig in ihm. Am wirkſamſten iſt er freilich auf den mehr thonigen Feldern, aber ſelbſt ſan diger Acker traͤgt ſehr gut nach dieſer Duͤngung. Man darf ihm ſolche nur nicht ſtark mit einem Male, ſondern muß ſie ihm oͤfter geben.

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