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von den Schaafen gefreſſen. Die Ruͤben ſchneidet man
thnen. Die Kartoffeln gtebt man ihnen ganz oder eben⸗ falls geſchnitten; doch muß man dieſe Gewaͤchſe ſorgfaͤltig von der ihnen anklebenden Erde ſaͤubern. Geſtampft freſ⸗ ſen die Schaafe die Kartoffeln nicht ſo gern; wenigſtens muͤſſen ſie nicht ſehr klein gemacht werden.
Haͤckſel braucht man nicht unter die Wurzelgewaͤchſe zu miſchen. Man giebt ihnen dieſe allein in reinen Troͤ⸗ gen und legt ihnen darauf das Stroh lang vor, welches ihnen bei dieſem Futter ſehr dienlich iſt. Giebt man einem Schaafe täͤglich eine halbe Metze Kartoffeln und Stroh genug, ſo wird man nur wenig Heu zu geben brauchen, um die Schaafe in ſehr guten Umſtaͤnden zu erhalten.
Ihr fragt vielleicht, ob ſich die Schaafe bel der Kar⸗ toffelfutterung auch geſund erhalten?—— So geſund, meine Freunde! wie bei dem beſten Bergheu. Ich habe daruͤber viele Jahre die Erfahrung mit einer weichlichen Schaafart gemacht.
Ich ließ den Mutterſchaafen Kartoffeln geben; ſie bekamen viele Milch danach und zogen herrliche Laͤmmer. Ich fuͤtterte auch zehn Jahre lang die Maͤrzſchaafe den ganzen Winter durch mit Kartoffeln und bloßem Stroh. Zuweilen blieben davon einige uͤbrig, wenn ſie nicht ge⸗ ſchlachtet wurden, und ſie blieben eichelgeſund. Was man ſonſt wohl davon geſagt hat, daß die Wurzelgewaͤchſe den Schaafen ein zu waͤßriges Futter waͤren; daß dieſe Thiere nur bei trockenem Futter geſund bleiben koͤnnten: iſt eitel


