Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
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ger bei ihnen nicht ſtaͤrker iſt, als der Inſtinkt. So wie aber die Noth nirgends ein Gebot anerkennt, ſo ver⸗ laͤßt auch den Schaafen die ihnen vom Schoͤpfer mit⸗ getheilte innere Kraft, ſchaͤdliche Nahrungsmittel zu flie⸗ hen, wenn der Hunger bei ihnen zu ſtark wird. Nun ſind es fretlich keine giftigen Gewaͤchſe, an denen ſich das Schaaf gewoͤhnlich faul frißt, wie man ſagt, ſondern die Schaafe holen ſich den Tod auf ſolchen Plaͤtzen, die im Fruͤhjahre und bet naſſer Witterung unter Waſſer ſtehen, wo es aber bei trockener Witterung ſchnell wegfaͤllt.

Durch dieſes ſchnelle Zuruͤcktreten des Waſſers wird das an ſolchen niedrigen Stellen gewachſene Gras mit Schlamm bedeckt, oder er bleibt daran haͤngen. Freſſen die Schaafe davon, ſo werden ihre Eingeweide verderben, und ſie werden uͤber kurz oder lang krank und ſterben dahtn.

So lange dieſe Thiere auf hoͤhern Stellen, wo ſuͤßes, geſundes Gras wäͤchſt, noch Nahrung genug finden, ruͤh⸗ ren ſie dieſes verdorbene Futter nicht an. Wenn aber alle Berge und Huͤgel bei trockener Witterung gleichſam wie verſengt daliegen; wenn die Schaafe deswegen ſchon lange Noth gelitten haben, ſo fallen ſie auch uͤber verdor⸗ benes Gras her, und in ſofern iſt alſo doch der Hunger die erſte Veranlaßung ihres Todes.

Aber wenn Ihr den Rath befolgt, welchen dies Buch enthaͤlt; wenn Ihr Euer Rindvieh im Stalle zu erhalten ſucht, und fuͤr daſſelbe Futter auf dem beſten Lande bauet, ſo behaltet Ihr das ſchlechtere, hoͤher und trocken liegende Land, lediglich zur Schaafwelde. Dies behandelt wie ich

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