Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
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zu halten, dagegen aber ſo viel Schaafe, als ſich auf der Weide gut erhalten koͤnnen.

Gerade dieſe knappen, aber ſuͤßen und kraͤftigen Weiden auf Sandland ſind das Element der Schaafe. Sie koͤnnen mit ihren ſpitzen Maͤulern auch die kleinſten Grasſpitzen abbeißen. Sie freſſen den ganzen Tag und erhalten denn doch ſo viel, daß ſie davon gut leben koͤn nen. Genug, ſie befinden ſich wohl auf Sandboden, und dieſer gewinnt ſeinerſeits auch mehr durch die Schaafhuͤ⸗ tung, weil die Schaafe alle eben aufſproßende Haͤlm chen erreichen koͤnnen, und ſie daher ſchon in fruͤher

Jugend abbeißen, ſo bleibt darum ihr Trieb ſtaͤrker.

Denn wenn die Sandgraͤſer einmal bis zur Reife ge kommen ſind, ſo wachſen ſie in dem Jahre wenig mehr. Hingegen immer nieder gehalten, treiben ſie bei feuchter Witterung immer fort.

Es waͤchſt alſo dann mehr Nahrung fuͤr Thiere auf gleicher Flaͤche in einem Jahre, wenn durch das immer wiederholte Abfreſſen kein Staͤngel zur Reife gelangt, welches bei der Rindviehhuͤtung auf Sandboden ſich gar nicht verhuͤten laͤßt. Wo Thiere viel freſſen, da miſten ſie viel. Und auch hierin hat der Schaafmiſt auf der Weide Vorzuͤge vor dem Rindviehmiſt. Letzterer faͤllt in breiten Kuchen nieder und bedeckt ganze Stellen, wo in dem Jahre kein Thier wieder frißt. Die Schaaflorbeeren zerſtreuen ſich einzeln und verderben nirgends die Weide. Sie ſind ihr vielmehr ſehr zutraͤglich, und ſie wird durch das Behuͤten mit Schaafen von Jahr zu Jahr beſſer. Man