Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

irgend ein anderes, von uns angebauetes Gewaͤchs, und mehr als das beſte Getreide. Von Einem Morgen Lan des kann man recht gut achtzig bis hundert Scheffel Kartoffeln ernten; in einzelnen Faͤllen hat man ſchon mehr als das Doppelte gehabt.

Nun ſind aber drei Scheffel Kartoffeln im Verbrauche ſo gut wie ein Scheffel Roggen. Bleiben wir alſo auch nur bei einer Kartoffelernte von achtzig Scheffeln auf dem Morgen ſtehen, ſo ſind dieſe ſo gut wie ſechs und zwanzig Scheffel Roggen, die man nicht auf Einem Morgen er bauen kann.

Als Futtergewaͤchs betrachtet, haben die Kartoffeln vor den uͤbrigen Gewaͤchſen der Art folgendes voraus:

¹) Sie nehmen mit den mancherley Bodenarten am erſten vorlieb. Man kann ſie im Sandboden bauen, der außer Roggen und Buchweitzen faſt kein Gewaͤchs weiter traͤgt; aber auch im feſteſten Thonboden gebauet, erhaͤlt man bei zweckmaͤßiger Bearbeitung noch eine gute Ernte von ihnen.

2) Sie haben viel weniger Feinde unter den Rau pen und Wuͤrmern, als die Kohl⸗ und Ruͤbengewaͤchſe. Man hat alſo nicht zu beſorgen, daß man durch ſolche Thiere um die ganze Kartoffelernte kommen werde, wie es mit dem Kohl und den Ruͤben wohl zuweilen geſchieht.

3) Selbſt ungluͤckliche Witterung ſchadet den Kar toffeln weniger, wie den andern Futtergewaͤchſen. Sie halten weit mehr Duͤrre aus, als die verpflanzten Ge⸗ waͤchſe.