Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
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ehemaliger Thiere und Pflanzen, die wir unter dem Na⸗ men Modererde kennen gelernt haben. Daß dieſe in den verſchiedenen Bodenarten in verſchiedener Menge vorhanden iſt, habe ich im erſten Kapitel geſagt. Wir koͤnnen dieſe Pflanzennahrung aber auch ganz, oder doch groͤßtentheils, aus einem Boden heraus bringen, wenn wir ihn zum Anbau von Gewaͤchſen zwingen, ohne ihm durch den Miſt immer ſo viel wieder zu geben, als die Gewächſe ausziehen. Wir nennen einen ſolchen Boden ausgezehrt, mager, duͤrftig, ſchlecht.

Damit aber unſer Land in den Zuſtand der Er⸗ ſchoͤpfung und des Mangels an Pflanzennahrung nicht komme, muͤſſen wir darauf bedacht ſeyn, immer ſo viel Miſt aufzufahren, als es bedarf.

Dieſen Miſt erhalten wir nur durch die Thiere. Werden die Gewaͤchſe, welche ein Acker trug, durch un⸗ ſer Vieh in Miſt verwandelt, und in ſolcher Geſtalt dem Lande zuruͤck gegeben, ſo erhaͤlt dieſes dadurch mehr Pflanzennahrung, als es zur Erzeugung jener Gewaͤchſe hergab. Denn dadurch, daß ſie durch den Leib der Thiere gingen, werden ſie weit geſchickter, neuen Pflanzen zur Nahrung zu dienen, als wenn ſie blos vermoderten oder verweſeten, und ſo wieder zuruͤck auf das Land gebracht wurden.

Dieſe Vermehrung der Pflanzennahrung erfolgt aber ſchneller und beſſer durch ſolche Gewaͤchſe, die im gruͤ nen, ſaftigen Zuſtande vom Felde kommen und den Thie⸗ ren gefuͤttert werden. Die reifenden Getreidefruͤchte ge⸗