Teil eines Werkes 
2 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 2
Entstehung
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9 iſt es nicht einerlei, ob ich wirklich neun Morgen beſitze oder nur drei, wenn ich von drei Morgen eben ſo viel Vortheil habe?

Wenn ich aber dadurch, daß ich dasjenige Land, welches ſonſt zur Viehweide diente, nun mit Futterge waͤchſen beſtelle, und von einem Morgen ſo viel Vieh futter erhalte, als von drei Morgen, die zur wilden Weide liegen, ſo folgt, daß ich nun auch von gleicher Flaͤche dreimal ſo viel Miſt erhalte, wie ſonſt. Denn der Miſt erfolgt nur aus der Futterung und der Ein ſtreu. Bedenken wir noch, daß bei dem Weidegange das Vieh den ganzen Tag herum laufen mußte, um ſich die wenigen Biſſen zuſammen zu ſuchen, die zerſtreut auf der Weide herum ſtanden, ſo muß es uns gleich einfal len, daß wenigſtens die Haͤlfte von dem Miſte, welcher aus dem Weidegraſe erfolgte, einzeln verzettelt wurde, wo er nur wenig zu Nutzen kam. Bloß die andere Haͤlfte wurde von dem Viehe in den Stall gebracht.

Wird das Vieh alſo mit den angebaueten Gewaͤch ſen ganz im Stalle gefuͤttert, ſo erhalten wir von einem Morgen, mit Futtergewaͤchſen ordentlich beſtellt, ſo viel Miſt, wie von ſechs Morgen wilder Weide bei hinlaͤng licher Einſtreuung.

Glaubt nicht, lieben Landleute, daß dies bloße Mei⸗ nungen und Vermuthungen ſind. In ſolchen Gegenden, wo man alles Vieh im Stalle fuͤttert, iſt man ſo feſ von der Wahrheit des hier Geſagten uͤberzeugt, daß nie mand daran zweifelt. Jeder Zweifler koͤnnte ſich dort