Teil eines Werkes 
1 (1813) Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 1
Entstehung
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und Futter ernten, und unſere Felder endlich ganz ent⸗ kraͤften wuͤrden, wenn wir ſolche Gewaͤchſe ein paar Jahre hintereinander in großer Menge anbauen wollten. Wir ließen zeither den dritten Theil unſers Feldes braach liegen, groͤßtentheils deswegen, weil wir wußten, daß wir nur unter dieſer Bedingung alle drei Jahre zweimal Getreide auf unſer mageres Land bringen durften.

So koͤnnte ich noch eine Menge Beiſpiele aus unſe⸗ rer Wirthſchaftsweiſe anfuͤhren, aus welchen hervorgehet, wie wichtig fuͤr den Landmann die Zukunft iſt, und wie ſelten er das thun darf, was ihm fuͤr den Augenblick den hoͤchſten Vortheil bringt. Wir wollen das auf un⸗ ſer Wickenheu anwenden.

Werden die Wicken reif, ſo geben ſie ſchoͤne Koͤr ner, die man verkaufen kann, und das Stroh iſt dann immer noch ein gutes Viehfutter. Aber reife Wicken zehren auch mehr aus, als gruͤn abgemaͤhete. Ich ernte alſo auch weniger Winterung hinter reif geworde⸗ nen, als hinter gruͤn gemaͤheten Wicken, und dann iſt dieſes Wickenheu doch ein ganz anderes Futter als das Wickſtroh, von dem die Koͤrner abgedroſchen ſind. Neh⸗ men wir auf dieſe beiden Umſtaͤnde gehoͤrig Ruͤckſicht, ſo werden wir finden, daß der Unterſchied des Werths zwiſchen dem Heu von einem Scheffel Wickenausſaat und den reifen Wicken, die man davon erntet, nur ſehr unbedeutend iſt. Wir irren uns ſehr leicht, wenn wir Futter und Getreide mit einander vergleichen, und letz⸗ teres nach dem Marktpreiſe rechnen, erſteres, das Fut⸗

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